2 mal 5 Fragen an: Thomas Walk

Er ist nicht nur der Kopf des STAC-Festivals, sondern auch selbst ein begeisterter Artist und sehr engagierter Augsburger - Thomas Walk. Also ein perfekter Kandidat für unser Augschbürger-Interview!

2 mal 5 Fragen an: Thomas Walk

Die meisten dürften ihn in seiner Rolle als Moderator kennen, wenn er charmant und eloquent durch die Veranstaltungen des Reese-Theaters - allen voran das STAC Festival - führt: Thomas Walk. Für die Kunst lässt er die Diabolos fliegen und für die Augsburger Künstlerszene und deren Nachwuchs jongliert er mit vielen coolen Projekten. Der Gründer der Street Academy ist fest verwurzelt im Augsburger Kulturbereich, darum ist es besonders schade, dass er im Mai mit dem Reese-Theater seinen Haupt-Veranstaltungsort verliert. Wir sind uns jedoch sicher, dass ihn das auf keinen Fall daran hindern wird, sich weiterhin so fleißig und leidenschaftlich zu engagieren. Um ihn noch besser kennenzulernen, haben wir ihn zum Augschbürger Interview gebeten.

Was machst du gerade? An welchem Projekt arbeitest du?

Momentan arbeite ich an den letzten 50 Veranstaltungen, die bis Ende Mai 2019 im Reese Theater stattfinden sollen, darunter viele Konzerte, Tanzshows, Varieté und natürlich auch das STAC Festival. Wir möchten dem Reese Theater einen schönen Abschied ermöglichen und unter dem Motto #reesetheaterlebt nochmal einer ganzen Menge Künstlern diese einmalige Bühne zur Verfügung stellen sowie allen Augsburgern die Chance geben, sich das Reese Theater ein letztes Mal anzuschauen.

Wie sieht ein ganz normaler Tag in deinem Leben aus?

Viele denken oft, dass man als Veranstalter nur am Wochenende oder auf den Veranstaltungen arbeitet und davor nur vier fünf Tage zum Organisieren braucht. So ist es aber ganz und gar nicht. Tatsächlich bin ich oft im Theater, aber mindestens genauso oft im Büro, um die ganze Organisationsarbeit zu leisten. Von den 40h+ die ich pro Woche arbeite, geht gut die Hälfte der Zeit für Büroarbeit drauf. Naja und wenn ich nach Hause komme, heißt es natürlich die WorkLife-Balance aufrecht zu erhalten. Da nehme ich mir Zeit zum Abschalten und genieße gerne mit guten Freunden oder meiner Freundin entspannte Abende mit Gesellschaftsspielen oder einfach auf der Couch.

Du stehst ja selbst öfter auf der Bühne, was sind deine Talente?

Ungefähr mit 10 Jahren habe ich das Jonglieren für mich entdeckt und bin später auch auf das Diabolo-Spielen gekommen – Letzteres ist es auch, was ich am liebsten auf der Bühne zeige. Außerdem rede ich gerne und führe mit etwas Humor durch’s jeweilige Veranstaltungsprogramm.

Was wirst du am Reese Theater am meisten vermissen?

Ganz klar: Die Freiheit. Die Freiheit, in einer Location tun und lassen zu können, was ich möchte. Leben und arbeiten an einem kreativen Ort, der so viel Offenheit und Freiheit besitzt. Einfach kreativen Freiraum haben. Vermutlich werden wir nie wieder eine Location finden, in der wir so frei agieren können wie im Reese Theater…

Wie geht es mit dem STAC Festival weiter?

Bereits vor 2 Jahren haben wir die STAC Festival gGmbH gegründet, deren Geschäftsführer ich bin und die als gemeinnützige GmbH den Fortbestand des STAC Festivals sichern soll. Damit haben wir die Weichen gelegt, um auch zukünftig Events planen und veranstalten zu können. Seit Februar 2019 habe ich nun auch meine erste Angestellte, die mich und das Festival davor schon jahrelang ehrenamtlich unterstützt hat. Zusammen mit ihr, Carina, schaue ich positiv in die Zukunft und gemeinsam begeben wir uns derzeit auf Locationsuche für die Zeit nach dem abgerissenen Reese Theater und somit auf die Suche nach einer neuen Heimat für das STAC Festival. Wir wollen das Konzept „STAC Festival“ auf jeden Fall weiter ausbauen und es weiter wachsen lassen und vor allem weiterentwickeln, da das STAC Festival für uns ein Konzept ist, das von seiner ständigen kreativen Entwicklung lebt.

Was ist dein Lieblingsort in Augsburg?

Aktuell tatsächlich das Reese Theater, da ich sehr viel Herzblut und Leidenschaft und Freizeit und Mühe reingesteckt habe. Zudem verbinde ich mit ihm sehr viele Emotionen und Erinnerungen. Ich nutze jede Stunde, um dort sein zu können, weil es zukünftig nicht mehr möglich sein wird. Im Speziellen liebe ich den Regie-Raum im Reese Theater, von wo aus man den besten Blick ins Theater hat: Durch ein kleines Fenster, aus dem ehemals die alten Kino-Projektoren das Bild an die Leinwand geschmissen haben, eröffnet sich einem ein Überblick über den gesamten Zuschauerraum bis hin zur Bühne – wunderbar.

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen?

Schlafen ist das Wichtigste auf der Welt, ich schlafe sehr gern. Aber wenn es sein müsste, würde ich natürlich für Menschen aufstehen, die meine Hilfe brauchen, vor allem Familie und gute Freunde. Oder wenn meine Wohnung brennt.

Welches Buch / Film / Lied / Vorbild hat dich inspiriert etwas in deinem Leben zu verändern?

Da muss ich leider passen, ich mache mir nicht viel aus Vorbildern oder Dingen, die andere schon gemacht, erlebt oder kreiert haben – am liebsten bin ich selbst kreativ und schreibe meine eigene und neue Geschichte. Einzig meine Mama Sabine hat mich auf den künstlerischen Weg gebracht und mich immer dazu ermutigt, meinen eigenen, wenn auch individuellen Weg zu gehen und auch die Bühne zu erklimmen.

Wenn du eine berühmte Persönlichkeit, egal ob lebendig oder tot, treffen dürftest, wer wäre das und warum?

Die Maus von der „Sendung mit der Maus“, denn die könnte mir den Sinn des Lebens erklären ;)

Was würdest du machen / verändern, wenn du König von Augsburg wärst?

Ich würde das Potenzial der darstellenden regionalen Kunst in Augsburg vollends erkennen, fördern und auf eine möglichst große Bühne bringen. Es ist natürlich traurig, dass das Reese Theater verschwindet, aber ich werde alles dafür geben, dass eine neue Bühne und Künstlerplattform in Augsburg entsteht.

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