Nach der Flut: Augsburger THW im Katastrophengebiet Ahrweiler

Vier Wochen sind nun seit den verheerenden Überschwemmungen im Westen Deutschlands vergangen. Dieter Seebach vom Technischen Hilfswerk (THW) Augsburg war zwei Wochen nach der Katastrophe in Ahrweiler und hat uns berichtet.

Nach der Flut: Augsburger THW im Katastrophengebiet Ahrweiler

Die Nacht vom 14. Juli brachte für viele Menschen großes Leid: Denn in dieser unheilvollen Nacht trat die Ahr über ihre Ufer. Die Wassermassen überschwemmten das Ahrtal, verwüsteten Städte, zerstörten Häuser und forderten Menschenleben.

Zwei Wochen später machten sich 29 freiwillige HelferInnen des THW Ortsverbands Augsburg, gemeinsam mit dem Feuerwehr-Hilfeleistungskontingent Schwaben, auf den Weg in das Katastrophengebiet. Ihr Ziel: die dortigen Einsatzkräfte unterstützen. Der Augsburger Dieter Seebach war einer der ehrenamtlichen Helfer. Wie der Einsatz des Augsburger THWs dort aussah und welche Eindrücke er hatte, hat er uns berichtet.

Ein unbeschreiblich großes Ausmaß an Zerstörung

Am 27. Juli brachen insgesamt 29 Mitglieder des THW Ortsverbands Augsburg zusammen mit weiteren HelferInnen aus Donauwörth und Kempten zu ihrem Einsatzort Bad Neuenahr-Ahrweiler auf. Mit im Gepäck war unter anderem schweres Gerät, wie ein großer Bagger und ein Radlader, die auf Tiefladern zum Zielort transportiert wurden.

Der Anblick der zerstörten Straßen, Brücken und Häuser machte die HelferInnen zunächst einmal sprachlos, wie Dieter Seebach berichtet. „Das kann man sich nicht vorstellen und nicht beschreiben“, sagt er. Die Verwüstung, die die Wassermassen angerichtet haben, seien riesig und kaum begreifbar, die Gewalt des Wassers unvorstellbar groß.

Schlamm, Schutt, Unrat

In Bad Neuenahr-Ahrweiler begannen für die ehrenamtlichen HelferInnen kräftezehrende vier Tage, in denen sie da anpackten, wo es am nötigsten war. Die Infrastruktur sollte wieder aufgebaut werden, was bedeutet, dass große Mengen von Schutt und Schlamm von den Straßen geräumt werden musste.

Sie beluden Kipper und LKWs mit Sperrmüll und Schlamm, um beides auf eine Deponie zu bringen. Die Flut hat unter anderem die Inneneinrichtung zahlreicher Häuser komplett zerstört. Dinge, die einst über Jahre hinweg gepflegt wurden, sind mit einem Mal zerstört und nicht mehr zu gebrauchen.

Neben den Fahrzeugen von THW und Feuerwehr kamen bei den Aufräumarbeiten auch private LKWs zum Einsatz, die HelferInnen vor Ort zur Verfügung stellten. Das Ausmaß des Unrats sei ihm fast wie ein „Fass ohne Boden“ vorgekommen, erzählt Dieter Seebach: „Es war ein unbeschreibliches Ausmaß“.

Ein Teil der Gruppe war damit beschäftigt über 500 Sandsäcke aufzutürmen, um das Abrutschen von Erdreich zu verhindern. „Das Wasser hatte die Kellerwand eines Wohnhauses, das an der Stadtmauer steht, eingedrückt. Dies hatte zur Folge, dass Erdreich unter der Mauer ins Rutschen kam“, erklärt Dieter Seebach. „Mit den Sandsäcken haben wir verhindert, dass Erdreich nachrutscht und die Stadtmauer einstürzt“. Eine kräftezehrende Arbeit, wie Seebach erzählt.

Die Bergungsgruppen des THW Augsburg pumpten pausenlos Kellerräume und Aufzugschächte leer.

Während des Einsatzes hatte Dieter Seebach auch Kontakt zu den BewohnerInnen von Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Sie waren froh um unsere Hilfe und alle sehr freundlich“, erzählt er. Anfeindungen gegenüber Hilfskräften, wie es sie laut Medienberichten mancherorts gegeben hat, habe er nicht erlebt.

Für ihn und seine KollegInnen endete der Einsatz am 30. Juli, doch weitere acht Fahrzeuge zur Unterstützung der Transportlogistik, samt HelferInnen aus den THW Ortsverbänden München Mitte, München Land, Freising und Augsburg starteten nur zwei Tage nach ihrer Rückkehr, wieder Richtung Ahrweiler. Auf seine KollegInnen ist Dieter Seebach sehr stolz. „Alle haben bis zur Erschöpfung gearbeitet“, sagt er. Und das wohlgemerkt ehrenamtlich.

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