Dieses bekannte Weihnachtslied stammt aus Augsburg

Es gibt unzählige traditionelle Weihnachtslieder. Welches von ihnen aus unserem schönen Augsburg stammt, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Dieses bekannte Weihnachtslied stammt aus Augsburg

Im tiefsten Winter machte sich der Augsburger Bestsellerautor und Domherr „Christoph von Schmid“ auf den Weg zum Dom, um die Krippe mit neuen Figuren zu dekorieren. Dabei versuchte er sich von der bitteren Kälte abzulenken und summte fröhlich eine Melodie, die er kurz zuvor bei seinem guten Freund „Anton Höfer“ aus Thannhausen gehört hatte.

Nachdem er sich eine wilde Schlacht mit tobenden Kindern leistete, kam er mit etwas Verspätung im Dom an, wo sich drei Frauen über den Lärm der spielenden Kinder beschwerten. Das verärgerte Christoph und etwas provokant schrie er in den Hof: „Kommt her, Kinder, kommt zur Krippe rein“.

Vielleicht ahnen manche von euch jetzt schon, um welches Lied es sich handelt. Alle anderen möchte ich jetzt nicht länger auf die Folter spannen. Das bekannte Weihnachtslied, das aus Augsburg stammt, ist: „Ihr Kinderlein kommet“.

Nun muss man aber ehrlicherweise zugeben, dass es noch eine ganze Weile dauerte, bis das heute bekannte Kinderlied vollendet war. Zunächst verfasste „Christoph von Schmid“ im Jahr 1811 das Gedicht „Die Kinder bey der Krippe“. Die heutige Melodie wurde ursprünglich vom Lüneburger „Johann Abraham Peter Schulz“ komponiert. 1832 wurde der heutige Klassiker in einem kostengünstigen Liedbuch vertrieben. So wurde das Werk weit über die deutsche Grenze hinaus verbreitet und sonst wüssten wir heute vermutlich gar nichts vom Stück. Erst später um 1837 wurde das Lied von „Franz Xaver Luft“ vertont.

Auf Spurensuche: Wer war „Christoph von Schmid“?

Kommen wir nochmals zurück zu unserem Augsburger Helden. Wer war eigentlich „Christoph von Schmid“? Geboren wurde er im mittelfränkischen Dinkelsbühl, lebte aber von 1827 bis 1854 in Augsburg. Er war nicht nur Priester und Schriftsteller, sondern gilt als einer der erfolgreichsten Jugendbuchautoren der Zeit.

Wer sich auf Spurensuche nach dem Autor begeben möchte, sollte unbedingt mal die Karmelittengasse 2 besuchen. Hier lebte er bescheiden bis zu seinem Tod durch Cholera. Entsprechend findet ihr auch eine Inschriftplatte vor Ort. Seine Grabplatte könnt ihr im katholischen Friedhof in der Hermanstraße besuchen.

Wir wünschen euch eine erholsame Winterzeit. Vielleicht denkt ihr das nächste Mal, wenn ihr irgendwo „Ihr Kinderlein kommet“ hört, ja an unseren „Christoph“ und könnt eure Verwandtschaft mit einer ordentlichen Portion Besserwisser-Fakten beeindrucken.

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