Nick Schmid: Aus Augsburg auf die digitale Bühne

Nick Schmid versteht zwar keinen Dialekt, dafür aber besonders viel von guter Comedy. Mit seinem Programm „Straight outta Augschburg“ will er auch während Corona seine Fans zum Lachen bringen.

Nick Schmid: Aus Augsburg auf die digitale Bühne

Dein Soloprogramm heißt „Straight outta Augschburg“. Wie willst du dem Titel treubleiben, wenn du selbst kein Bayrisch verstehst und sprichst?

Als Augsburger muss man lediglich Schwäbisch verstehen und sprechen. Nein Spaß, aber genau das ist ja der Witz an der Sache, dass ich reines Hochdeutsch spreche, obwohl ich bayerischer Schwabe bin. Und das thematisiere ich natürlich auch in meinem Soloprogramm.

Wie würdest du selbst deinen Comedy-Style beschreiben?

Viele sagen, ich erinnere sie an den jungen Michael Mittermeier. Ich würde sagen, mein Style ist lebendig, modern und plastisch. Mir ist es wichtig, keine abgedroschenen Themen und Jokes zu erzählen, sondern wirklich ein gut ausgearbeitetes, frisches Programm aus meiner Perspektive an das Publikum zu bringen.

Hand aufs Herz: Wie oft lachst du über deine eigenen Witze?

Definitiv finde ich witzig, was ich auf der Bühne erzähle. Manches mehr, manches vielleicht etwas weniger, aber es ist immer etwas, das mich beschäftigt. Allerdings muss man sehr oft seine Ideen durch Trial-and-Error auf der Bühne überarbeiten und perfektionieren. Somit kann es passieren, dass ich meine Jokes nach der Zeit eher als Projekt betrachte, als mich selbst darüber zu amüsieren. Wenn ich es dann jedoch wieder auf der Bühne erzähle und die Leute darüber lachen, bin ich da voll beim Publikum.

Was war der peinlichste Moment deiner Karriere?

So wie jeder Stand-up-Comedian hatte ich bereits unzählige Kurzauftritte, bei denen kein Mensch gelacht hat, einmal sogar vor 400 Leuten. Ich hatte auch sogenannte Heckler, die während deinem Auftritt reinrufen. Eine Frau hat mal meine Witze verneint und dagegen argumentiert. Aber ich glaube einer meiner schlimmsten Momente war ein Open Air bei einem Sportheim. Als ich dort ankam wurde mir gesagt, dass die Comedy-Show mit einem Kindergeburtstag gekoppelt wurde. Und genau so wie es sich anhört, saßen die Kinder alle vorne und die Eltern teilnahmslos ganz hinten.

Es wird gemunkelt, dass dein Lieblingsthema besondere Toiletten-Erlebnissen sind. Spätestens seit Feuchtgebiete ist der Ekelfaktor hier ziemlich hoch. Warum kommt das bei den Zuschauern an? Was sagt das über uns?

Mein Image ist wohl etwas anders als ich es eingeschätzt hatte. Also in meinem Programm habe ich zwei kurze Stories über öffentliche Toiletten. Und solange man es im Rahmen hält, glaube ich, kannst du auf der Bühne fast alles erzählen. Du musst es nur richtig verpacken – mit Charme, Glaubwürdigkeit und Professionalität.

Welcher ist dein liebster Klo-Gag?

Da ich wie gesagt nur zwei kurze Klo-Bits habe, würde ich definitiv die Zugtoilette wählen. Wie mich ein Kind in der Bahn beim großen Geschäft beobachtet hat. Leider eine wahre Geschichte.

Die Corona-Krise ist eine eher triste Zeit. Wie schafft man es trotzdem andere zum Lachen zu bringen?

Einerseits natürlich über Social Media. Andererseits gibt es Online-Comedy-Shows, die jedoch den Live-Shows nicht das Wasser reichen können. Zudem habe ich angefangen Comedy-Sketche zu drehen, die man sich auf Plattformen wie zum Beispiel Smyle und YouTube ansehen kann.

Viele Künstler leiden richtig unter der Corona-Krise und haben Angst um ihre Existenz. Wie geht’s dir und wie fühlt es sich an, nicht live auftreten zu können?

Es ist definitiv ein Kampf, aber auch eine Möglichkeit, sich Projekten zu widmen, für die man sonst keine Zeit hatte. Ich schreibe zum Beispiel viel neues Material für Stand-up, oder wie bereits erwähnt, habe ich angefangen Comedy-Sketche zu schreiben und zu schauspielern. Außerdem kommen weitere Projekte. Nicht live auftreten zu können geht mir auf jeden Fall sehr ab, aber das ist hoffentlich bald wieder möglich. Zu dieser Zeit, aber auch für die Zukunft, ist die Comedy-App Smyle natürlich optimal, um mit meinen Sketchen Reichweite zu erlangen. Auch wenn ich wieder Stand-up-Auftritte habe, eignet sich die App super, um diese dort hochzuladen, weil das Publikum auf der App einfach Bock auf solchen Content hat.

Was findest du an Augsburg so richtig witzig?

Den König von Augsburg. Ich weiß nicht wie, aber dieser Mann hat eine Facebook-Fanpage mit über 16.000 Fans. Krasser Typ!

Was erzählst du über Augsburg, wenn dich unterwegs jemand nach deiner Heimat fragt?

Ich erzähle, dass Augsburg eine schöne und historische Stadt ist und die Menschen dort angenehm und verhältnismäßig friedlich sind. Im Gegensatz zu Köln ist Augsburg ein Kindergarten – im positiven Sinne.

Ganz spontan:

Oberhausen oder Lechhausen?

Oberhausen. Da ist die Straßenbahn Haltestelle, mit der ich zum Flixbus komme.

FCA oder AEV?

FCA. Aber wirklich nur, weil ich mit Eishockey absolut nichts am Hut habe. Das ist der Sport mit dem Puck, oder?

Spätzle oder Datschi?

Spätzle. Mit viel Käse und am besten noch mehr Käse.

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