Hallo Umfrage: Wie findet ihr extra Zugabteile für Frauen?

Viele Frauen fühlen sich allein im Zug unwohl. Schottland diskutiert deshalb über extra Abteile für Frauen. Wir wollen wissen, was ihr dazu denkt.

Hallo Umfrage: Wie findet ihr extra Zugabteile für Frauen?

In Schottland könnte es in Zügen künftig Abteile geben, zu denen nur Frauen Zutritt haben. Derzeit diskutiert man dort über Vor- und Nachteile einer solchen Aufteilung, die Frauen gerade spätabends und nachts mehr Sicherheit beim Reisen verschaffen soll, wie die BBC am Dienstag, den 15. Februar berichtete.

Diskussion in Schottland

Verkehrsministerin Jenny Gilruth von der Schottischen Nationalpartei (SNP) hatte die Debatte vor einigen Tagen selbst angestoßen und angekündigt, mit Frauen und Frauenorganisationen darüber beraten zu wollen, wie das Reisen für sie sicherer gestaltet werden könne.

Gilruth sagte im Parlament in Edinburgh, sie erinnere sich selbst an viele Züge „voll mit betrunkenen Männern“, die sich neben sie gequetscht hätten, obwohl das Abteil fast leer gewesen sei. Sie selbst habe schon die Erfahrung gemacht, aus Sorge vor grölenden Männergruppen nicht in einen Zug eingestiegen zu sein. „Ich teile auch die Erfahrung, mich in Zügen schon das ein oder andere Mal unsicher gefühlt zu haben“, erklärte Gilruth wie der BBC berichtete. „Ich möchte, dass unsere Eisenbahnen für alle sichere Orte sind. Wir müssen nun als Regierung herausfinden, wo und wann sich Frauen in unseren öffentlichen Verkehrssystemen unsicher fühlen. Vor allem müssen wir herausfinden, wie sich das Problem lösen lässt“, äußert sie sich dem BBC gegenüber weiter.

Zugverkehr in Schottland entprivatisiert

Der schottische Zugverkehr soll der BBC zufolge zum 1. April entprivatisiert werden. Danach wird eine öffentliche Behörde für den Betrieb zuständig sein, sodass die Regierung Änderungen veranlassen kann.

Zusprüche und Kritik

Zuspruch kam von der Frauenorganisation Young Women's Movement Scotland. Die Aktivistin Kelly Given sagt gegenüber dem BBC, sie kenne „das Gefühl nur zu gut, vielfach nachts voller Anspannung und Sorge mit dem Zug nach Hause gefahren zu sein.“ Das müsse unbedingt angegangen werden.

Für sie selbst sei leider der Punkt erreicht, an dem sie nachts nicht mehr Bahn fahren könne. „Denn ich habe irgendwann registriert, dass ich fast damit rechne, belästigt zu werden.“ Daher sei sie klar für die Idee reiner Frauenwaggons. „Selbst wenn es nur einer Handvoll Frauen hilft, sich im Zug sicherer zu fühlen, wäre es das wert.“

Ebenfalls die YouTuberin Luna Martin kommt im BBC-Beitrag zu Wort. „Ich habe im Zug immer mein Telefon in der Hand, um jemanden anrufen zu können – und in der anderen Hand meine Schlüssel. Ich glaube, auf dieses Verhalten sind heute viele Frauen trainiert.“ Sie erzählt auch von grölenden Männergruppen und Fußballfans, für die anstößige Bemerkungen etwas ganz Normales sei. „Ich denke, man hat uns von klein auf beigebracht, solches Fehlverhalten zu tolerieren“, lautet die bittere Erkenntnis der Youtuberin.

Eine Verkehrsgewerkschaft hingegen bezeichnete den Vorschlag als „logistischen Albtraum“, der nur mit deutlich mehr Personal zu bewerkstelligen sei.

Auch in Deutschland?

Wir würden gerne eure Erfahrungen hören, ob ihr im Zug schon einmal in eine unangenehme Situation gekommen seid und wie ihr ein extra Frauenabteil fändet. Nehmt hierzu gern an der Umfrage teil.

Die Ergebnisse werden wir in einem weiteren Artikel zusammenfassen.

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