Legenden und Geheimnisse der Stadt Augsburg

Augsburg hat viele historische Sehenswürdigkeiten zu bieten. Aber wisst ihr eigentlich was es mit der Brunnenhexe auf sich hat oder woher der Siebentischwald seinen Namen hat. Lest jetzt mehr über die Legenden aus der Fuggerstadt.

Legenden und Geheimnisse der Stadt Augsburg

Augsburg gehört zu den ältesten Städten Deutschlands, daher gibt es auch viele historische Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Teilweise haben diese eher merkwürdige Namen oder Geschichten. Wir haben uns auf die Spurensuche begeben und ein paar Augsburger Legenden für euch zusammengestellt.

Der Siebentischwald

Viele von euch haben hier schon bestimmt den ein oder anderen Spaziergang gemacht und die Natur genossen. Als Siebentischwald wird der nördliche Teil des Augsburger Stadtwaldes bezeichnet. Mit seinen 660 Hektar ist er die grüne Lunge der Stadt und lädt ein, sich sportlich zu betätigen oder einfach nur die Natur zu genießen.

Aber habt ihr euch beim Schlendern durch den Wald nie gefragt, woher der merkwürdige Name „Siebentischwald“ kommt?

Seinen Namen hat der Siebentischwald von einer Gaststätte, die sich im Wald befand. Der Überlieferung nach soll sie genau sieben Tische besessen haben und trug daher den Namen „Siebentisch“. Bei einem Luftangriff 1944 wurde die Gaststätte jedoch schwer beschädigt und im Anschluss abgerissen.

Der Steinerne Mann (oder auch "d’Stoinerne Ma")

Er ist eine der bekanntesten Sagengestalten Augsburgs. Zu sehen bekommt ihr ihn in einer Mauernische am Dohlenturm an der Stadtmauer. Der Legende nach handelt es sich bei der Figur um einen Bäcker namens Konrad Hacker, der Augsburg mit einer List im 30-jährigen Krieg gerettet haben soll. Im Jahr 1634/35 belagerten kaiserliche Truppen die Stadt und die Bewohner litten an Hungersnot. Unser tapferer Bäcker backte Brot aus Sägemehl, stieg auf die Stadtmauer und zeigte den Belagerern das Brot. Diese schossen auf ihn und trafen ihn am Arm. Dem Ammenmärchen nach starb er an dieser Verletzung. Seine List ging jedoch auf. Die Truppen dachten, Augsburg habe noch genug Lebensmittel zur Verfügung und brachen die Belagerung ab. Übrigens soll es Glück bringen, dem „Stoinernen Ma“ die Nase zu streicheln. Also schaut doch mal vorbei, wenn etwas Wichtiges ansteht.

Die Brunnenhexe

Nicht weit entfernt vom Steinernen Mann findet ihr die Brunnenhexe beim Lueginsland. Das Lueginsland ist eine ehemalige Festungsanlage an der Augsburger Stadtmauer. Die Brunnenhexe erinnert daran, dass sich hier einst der Hexenbrunnen befand. Wegen Hexerei verurteilte Frauen wurden entlang der Stadtmauer raus aus der Stadt geführt und bekamen auf ihrem Weg zum Henker hier ein letztes Mal zu trinken. Die Holzhexe wurde vom Bildhauer Josef Wallner geschaffen.

Der Perlachturm

Der Perlachturm ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Augsburgs. Mit seinen 70 Metern Höhe ragt er aus der Innenstadt und ist nicht zu übersehen. Im Jahr 989 wurde er als Wachturm erbaut. Heute wird der Perlachturm vor allem als Aussichtsplattform genutzt. Denn wenn die gelbe Flagge über dem westlichen Ziffernblatt weht, hat man sogar freie Sicht auf die Alpen.

Doch woher stammt eigentlich der Name?

Zu dieser Frage kursieren in Augsburg verschiedene Theorien.

  1. Im Turm findet man ein Schild, dass der Name vom Lateinischen „perlego“ (durchlesen) stammt. Demnach wurde der Platz vor dem Perlachturm als Ort für die Verkündung öffentlicher und städtischer Kundgebungen genutzt.

  2. Eine weitere Theorie besagt, an der Stelle, an welcher der Turm heute steht, habe einst eine Römische Legion eine Schlacht verloren. „perdita legio“ heißt so viel wie „untergegangene Legion“

  3. Die berühmteste Theorie in Augsburg ist jedoch, dass der Name sich von den altdeutschen Begriffen „per“ (Bär) und „lach“ (Tanz/Fest) ableitet. Der Sage zu Folge fanden auf dem Platz im Mittelalter Aufführungen wilder Bären statt. Die Tanzbären sollen im Sockelbereich des Turmes hinter Gittern gehalten worden sein.

Keine der Theorien ist historisch belegt, weshalb die wie wahre Herkunft des Namen wohl für immer ein Geheimnis bleibt.

Ihr bekommt Besuch und wollt Augsburg von seiner besten Seite zeigen? Dann schaut doch mal bei diesem Artikel vorbei.

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