„Geldspenden sind effektiver“– Ein Überblick über die Ukraine-Aktionen

Aktuell werden vor allem Geldspenden benötigt, um der betroffenen Bevölkerung in der Ukraine zu helfen. Wir geben einen Überblick.

„Geldspenden sind effektiver“– Ein Überblick über die Ukraine-Aktionen

Der Krieg in der Ukraine macht gerade alle betroffen. Viele Menschen wollen helfen. Aktuell werden immer mehr Spendenaktionen ins Leben gerufen. Die meisten rufen vor allem nach Geldspenden auf, da diese am effektivsten eingesetzt werden können. Einen Überblick der Geldspendenaktionen in Augsburg bekommt ihr hier.

Malteser

Kälte, Schnee und Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten und anderen lebenswichtigen Gütern bedroht die Flüchtenden in der Ukraine. Der Leiter der Malteser Ukraine, Pavlo Titko, sagt: „Die Lage für die flüchtenden Frauen, Kinder und älteren Menschen ist katastrophal. Uns fehlt es langsam an allem.“ Die Malteser sowie die „Aktion Deutschland Hilft“ rufen deshalb dringend zu Spenden für die Menschen in der Ukraine auf. „Wir brauchen humanitäre Korridore, um Lebensmittel ins Land zu bringen“, erklärt Pavlo Titko. „An der Grenze zu Polen und der Slowakei bilden sich Auto-Schlangen von bis zu 40 Kilometern. Es fehlt den Menschen an Decken, sie harren in den Autos aus oder machen sich zu Fuß auf den Weg. In Kiev werden kleine Kinder von ihren Eltern in die Züge Richtung Westen gegeben – allein, ohne Begleitung.“

Humanitäre Korridore

Der Generalsekretär von Malteser International, Clemens Graf von Mirbach-Harff, appelliert an die Kriegsparteien, humanitäre Korridore einzurichten. „Zivilisten müssen versorgt werden oder sicher zur Grenze gelangen können. Der große Teil der Menschen aber bleibt im Land. Sie dürfen nicht von der Versorgung abgeschnitten werden, sonst sterben noch mehr Menschen als durch die Kriegshandlungen unmittelbar. Wir brauchen humanitäre Korridore, um Lebensmittel ins Land zu bringen.“

Die Malteser leisten derweil sowohl in der Ukraine als auch in den Nachbarländern Polen, Slowakei, Ungarn und Rumänien direkt an der Grenze Hilfe für die Flüchtenden. In Lviw wurden am Donnerstag, den 3. März, bereits mehr als 1.000 Essen in einer Suppenküche ausgegeben. Die Malteser konnten dort 80 weiter HelferInnen aktivieren.

Zusammenarbeit mit „Sixt“

In Deutschland ist die Hilfsbereitschaft sehr groß. Privatpersonen wie Unternehmen spenden Geld oder stellen Waren und Dienstleistungen zur Verfügung. So werden die Malteser in Polen mehrere Vans der Firma Sixt nutzen können. Die Fahrzeuge dienen zum Krankentransport oder zum Transport von Flüchtenden in Unterkünfte. „Wir sind seit vielen Jahren Partner von Malteser International und nun sehr froh, dass wir den Menschen und insbesondere den Kindern, die aus der Ukraine fliehen, auf diese Weise schnell Hilfe leisten können“, sagt Regine Sixt, Vorstandsvorsitzende der Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung „Tränchen Trocknen“.

Hotline Ukraine der Malteser

Privatleute und Unternehmen können sich an die Hotline unter 0800 - 589 279 94 wenden, die die Malteser eingerichtet haben. „Es ist eine große europäische Solidarität spürbar. Jeder Euro, den die SpenderInnen geben, drückt das aus. Wir tun alles, um unsere Kapazitäten auszuweiten und wollen mit der Hotline erste Fragen beantworten“, erklärt Clemens Mirbach.

Die Malteser sind Mitglied der „Aktion Deutschland Hilft“ und rufen dringend zu Spenden für die Menschen in der Ukraine auf

Malteser Hilfsdienst e. V.

IBAN: DE10 3706 0120 1201 2000 12

S.W.I.F.T.: GENODED 1PA7

Stichwort: "Ukraine-Hilfe“

Oder online: Malteser - Spenden für die Ukraine

Aktion Deutschland Hilft e. V.

IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30

Stichwort: „Nothilfe Ukraine“

Rotes Kreuz

Auch das Bayrische Rote Kreuz (BRK) sieht, dass das Leid von Tag zu Tag größer wird. „Als Rotes Kreuz müssen wir uns gerade in der gegenwärtigen Lage des immer weiter ausufernden bewaffneten Konflikts in der Ukraine besonders sensibel und konsequent an unseren Rotkreuz-Grundsätzen der Neutralität und Unparteilichkeit orientieren“, sagt Michael Gebler, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes Augsburg-Stadt. „Nur das erlaubt uns den humanitären Zugang zu den betroffenen Menschen. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um gemeinsam mit unseren Partnern in der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung Leid zu mindern, Leben zu schützen und Menschen in Not zu versorgen.“

Rotes Kreuz International

Das Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin ist mit der Planung und Umsetzung der humanitären Auslandshilfe betraut. Es agiert dabei in enger und stetiger Koordination mit den Schwestergesellschaften in den verschiedenen Ländern sowie dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC). Dadurch kann das humanitäre Engagement des DRK im Ausland so bedarfsorientiert und zielgenau wie möglich ausgerichtet werden. Gemäß seinem Mandat gelten für das DRK in all seinen Einsätzen die sieben Rotkreuz-Grundsätze: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität.

DRK weitet Unterstützung aus

Angesichts der eskalierenden Gewalt weitet das DRK die Unterstützung seiner Schwestergesellschaften in der Ukraine und den Nachbarländern im Rahmen des Möglichen schrittweise aus. Dabei steht es fortlaufend in enger Abstimmung mit dem IKRK und der IFRC. Zurzeit ist ein Nothilfeexperte des Deutschen Roten Kreuzes für die Koordination der Hilfen mit den Partnern in der Ukraine im Einsatz. Die Not der Ukrainerinnen und Ukrainer sowohl im Land als auch auf der Flucht und damit ihr Bedarf an humanitärer Hilfe ist immens und wächst immer weiter.

Großes Engagement in Deutschland

„Wir wissen, dass die Betroffenheit in der deutschen Bevölkerung angesichts der entsetzlichen Ereignisse in der Ukraine groß ist und der Wunsch, den betroffenen Menschen Unterstützung zu bieten, ebenso. Es ist überwältigend zu sehen, wie schnell und engagiert die Zivilgesellschaft in Deutschland auf allen Ebenen zu helfen bereit ist“, sagt Michael Gebler. Dies treffe auf unzählige Privatpersonen, kleine und große Initiativen, Unternehmen und natürlich auch auf all die ehrenamtlichen und hauptamtlichen RotkreuzlerInnen zu.

Keine unabgesprochenen Lieferungen tätigen

„Damit die Hilfe tatsächlich ankommt, bitten uns all unsere Schwestergesellschaften in der Ukraine und den Nachbarländern sehr eindringlich darum, die stark beanspruchten Logistik- und Hilfeleistungsstrukturen nicht zu blockieren“, erzählt Gebler. „Gut gemeinte, aber nicht abgestimmte Lieferungen füllen Lagerhäuser, binden Transport- und Sortierkapazitäten. Sie helfen leider nicht, sie behindern vielmehr die humanitäre Arbeit vor Ort.“ Es bestehe seitens der Schwestergesellschaften momentan keinerlei Kapazitäten zur Annahme nicht zentral abgesprochener und nicht zentral angeforderter Hilfslieferungen und Unterstützungsangebote.

Geldspenden nachhaltiger als Sachspenden

Geldspenden sind gegenüber Sachspenden wesentlich effektiver, erklärt das Rote Kreuz. Ihr großer Vorteil sei, dass sie sehr flexibel eingesetzt werden können. „Auch wenn es für viele weniger persönlich und ungreifbarer erscheinen mag, sind Geldspenden tatsächlich in der gegenwärtigen Lage die beste und wirkungsvollste Art, um die humanitäre Hilfe im Ausland zu unterstützen“, erklärt Michael Gebler. Damit ließe sich die humanitäre Hilfe gezielter an die jeweiligen Bedarfslagen vor Ort anpassen. Dies sei absolut erforderlich in Situationen, die sich beständig ändern und höchst unvorhersehbar sind, wie aktuell in der Ukraine und ihren Nachbarländern.

Das DRK bittet um Spenden für die betroffene Bevölkerung:

IBAN: DE63370205000005023307

BIC: BFSWDE33XXX

Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine

Weitere Geldspendenaktionen in Augsburg

Oberbürgermeisterin Eva Weber verurteilt den Angriff auf die Ukraine aufs Schärfste und spricht allen UkrainerInnen ihr Mitgefühl aus: „Als Friedensstadt stehen die Stadt Augsburg und ihre Stadtfamilie grundsätzlich für den Frieden ein. Wir verurteilen den Angriff auf die Ukraine aufs Schärfste. Unser Mitgefühl gilt den vielen Menschen in der Ukraine. Und ich bin in Gedanken auch bei AugsburgerInnen mit ukrainischen Wurzeln.”

Spendenkonto der Stadt Augsburg „Ukrainehilfe“

Der Krieg in der Ukraine löst Flüchtlingsströme aus, und es ist zu erwarten, dass auch in der Stadt Augsburg Geflüchtete aus der Ukraine ankommen. Darunter werden viele Familien, aber auch ältere Menschen sein. Damit diese beim Ankommen unterstützt werden können, hat die Stadt Augsburg ein Spendenkonto eingerichtet.

Empfänger: Stadt Augsburg

IBAN: DE33 7205 0000 0001 0604 82

BIC: AUGSDE77XXX Stadtsparkasse Augsburg

Verwendungszweck: Ukraine

Unternehmen, die spenden möchten, können als Verwendungszweck auch die Haushaltsstelle 1.40020.177600 angeben, Privatpersonen die 1.40020.178600

Spendenkonto Ukrainischer Verein

Die Stadtsparkasse Augsburg hat zusammen mit dem Ukrainischen Verein Augsburg e.V. ein Spendenprojekt gestartet. Der Verein besorgt beispielsweise Lebensmittel, Medikamente, Erste-Hilfe-Material, Schlafsäcke, Zelte, Feldbetten, Schutzkleidung und Hygieneprodukte und transportiert das Material direkt in die Ukraine.

Bankverbindung: Stadtsparkasse Augsburg

IBAN: DE86 7205 0000 0252 2085 33

Verwendungszweck: Ukraine-Hilfe

PayPal: ukr.augsburg@gmail.com

PayPal.Me: PayPal.Me/ukraugsburg

Oder online: mehrgeben.de

Es gibt natürlich auch noch weitere Spendenaktionen. Diese findet ihr alle unter „augsburg.de/ukraine“. Um über alle Aktionen aktuell informiert zu bleiben könnt ihr auch dem Ukrainischen Verein und der Stadt Augsburg auf Instagram folgen.

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