Queer History Month – Was bewegt die Augsburger Community?

Im Februar feiert die queere Community den Queer History Month. Wie genau läuft das ab und warum feiert man den Queer History Month? Oueerosaurus Augsburg hat uns aufgeklärt.

Queer History Month – Was bewegt die Augsburger Community?

Im Juni ist Pride Month, jetzt – im Februar – ist Queer History Month. Wir haben mit Queerosaurus Augsburg, der queeren Abteilung im Stadtraum e.V. gesprochen und nachgefragt, was der Monat für die queere Community bedeutet und was eigentlich dahinter steckt.

Der Queer History Month

Die Idee geht ursprünglich auf den US-amerikanischen Geschichtslehrer Rodney Wilson zurück, der im Jahr 1994 den Queer History Month einberief. In Großbritannien ist seit 2004 das Ziel des Queer History Month, in Schulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen für Aufklärung zu sorgen. Hierbei soll mit den Schüler:innen nicht nur die Vergangenheit beziehungsweise die Geschichte von queeren Menschen reflektiert, sondern auch Projekte und Konzepte für die Gegenwart und Zukunft entwickelt werden. Im Queer History Month soll Aufklärungsarbeit geleistet und Diskriminierungen vorgebeugt werden. Im Idealfall geschieht dies in Kooperation mit den queeren lokalen Vereinen und Initiativen, erzählt uns die Organisation Queerosaurs. „In Augsburg wären das unter anderem L*AUX, der Christopher Street Day e.V., das Queerreferat der Universität sowie wir: Queerosaurus – die queere Abteilung im Stadtraum e.V.“

An die Meilensteine der queeren Community erinnern

Es gehe einerseits darum, sich daran zu erinnern, wie viele Meilensteine die queere Community in ihrer Geschichte bereits gemeistert hat, erklärt uns das Team von Queerosaurus. Aber andererseits solle sich auch damit auseinandergesetzt werden wie viele Stolpersteine immer noch auf dem Weg von queeren Personen liegen.

In Deutschland nicht wirklich präsent

In einigen deutschen Großstädten, allen voran in Berlin, gibt es einige kulturelle Angebote zum Queer History Month von Museen, wie beispielsweise Sonderausstellungen. Queerosaurus berichtet: „Dazu muss jedoch gesagt werden, dass der Queer History Month in Deutschland leider nicht ganz so präsent ist, wie es in anderen Ländern der Fall ist.“

Alle die nicht cis-heteronormativ sind

Gefeiert wird der Queer History Month von Personen, die der queeren Community angehören, also kurz gesagt: von allen Personen, die sich nicht im cis-heteronormativen System wiederfinden können, sowie von deren Unterstützer:innen.

Aufmerksam auf Misstände machen

„Für uns bedeutet der Monat einerseits stolz auf das zu sein, was die Community bisher geschafft hat, aber auch zu reflektieren, dass beispielsweise ein Coming-Out auch ein Privileg ist, welches mit Hürden verbunden ist und welches nicht jede queere Person auf sich nehmen kann“, erklärt Queerosaurus. Man denke nur an ein konservatives Elternhaus und systematische Diskriminierungen, die mit einem Coming-Out immer noch einhergehen.

Wir stecken immer noch in der Geschichte, weil sie fortlaufend ist und wir möchten Teil davon sein, laut zu sein und aufmerksam auf die Missstände zu machen, welche bereits vor 50 Jahren Teil des Alltags queerer Personen waren. - Queerosaurus Augsburg

Durch Bildung und Kommunikation könnten diese Barrieren letztlich in der Gesellschaft aufgebrochen werden – und das fängt nun einmal bei der jungen Generation an. Queerosaurus arbeitet deswegen gerade an einem Kurzfilmprojekt vom Mehrfrau e.V., in welchem sie gemeinsam mit L*AUX und dem Christopher Street Day e.V. auf Alltagsdiskriminierung von queeren Personen aufmerksam machen wollen. Mehr wollen sie aber noch nicht verraten. Wenn ihr jedoch Teil von diesem Projekt sein möchtet, könnt ihr euch bei Queerosaurus via Instagram (queerosaurusaux) oder E-Mail (queer@stadtraumev.de) melden – es werden noch Darsteller:innen gesucht, die selbst FLINTA* (Frauen, Lesben, inter*, nonbinär, trans*, agender*) sind.

Das bewegt Queerosaurs an der queeren Geschichte

Allen voran ist die Geschichte der „Stonewall Riots“ sehr berührend, erklären sie uns. Nachdem Lesben, Schwule und trans* Personen jahrzehntelang diskriminiert und ausgegrenzt wurden, wehrten sie sich am 28. Juni 1969 bei Razzien in queeren Bars in der Christopher Street, in New York.

„In diesem Ereignis sehen wir, als queere Community, einen Meilenstein im Kampf um die Sichtbarkeit und Rechte.“ - Queerosaurus Augsburg

„Wenn wir den Blick zurück in die letzten Jahre wagen, sehen wir aber auch jüngste geschichtliche Wendepunkte: Sei es der erste Profi-Fußballspieler weltweit, welcher sein Coming-Out feierte, die Kirchenbewegung „#OutInChurch“ oder die ersten beiden trans* Person im deutschen Bundestag, Tessa Ganserer und Nyke Slawik. Wir haben also allen Grund zum Feiern, aber fertig mit der Arbeit sind wir noch lange nicht.“

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