Muss ich arbeiten, wenn ich in Quarantäne bin?

Das Coronavirus breitet sich weiter aus und immer mehr Mensch müssen in Quarantäne. Aber muss ich im Homeoffice arbeiten, wenn ich in Quarantäne oder Isolation bin? Das wollen wir hier klären.

Muss ich arbeiten, wenn ich in Quarantäne bin?

Omikron verbreitet sich gerade rasend schnell. Die Corona Warn Apps springen auf Rot, viele bekommen Anrufe und E-Mails, dass sie Kontakt mit positiv getesteten Personen hatten und somit müssen auch immer mehr Menschen in Quarantäne oder Isolation. Es ist klar, dass daher viele Fragen aufkommen: Was mache ich nach einem positiven Test als Erstes? Wie gehe ich als Kontaktperson vor? Wird mein Lohn ganz normal weitergezahlt? Muss ich im Homeoffice weiterarbeiten, wenn ich mich mit Covid-19 infiziert habe?

Unterschied Quarantäne und Isolation

Quarantäne: Die Quarantäne ist eine zeitlich befristete Absonderung von Personen, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht oder von Personen, die möglicherweise das Virus verbreiten können. Sie kann sowohl behördlich angeordnet sein als auch freiwillig erfolgen. Dabei handelt es sich meist um Kontaktpersonen von Erkrankten sowie um ReiserückkehrerInnen aus Hochrisiko- oder Virusvariantengebieten.

Isolation: Die Isolation ist eine behördlich angeordnete Maßnahme bei Erkrankten mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion. Die Entlassung aus der Isolation erfolgt nach festgelegten Kriterien. Isolation bedeutet eine räumliche Trennung von Erkrankten zu Gesunden.

Werde ich in Quarantäne krankgeschrieben?

Ob ihr krank geschrieben werdet oder nicht, hängt davon ab, ob ihr tatsächlich krank seid und über Symptome wie Schnupfen, Fieber oder Husten klagt. Laut Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) darf der Arzt bei Symptomen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen. Mit dieser könnt ihr euch dann bei eurem Arbeitgeber krankmelden.
Seid ihr jedoch symptomfrei, darf der Arzt keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen, selbst wenn ihr positiv auf Corona getestet seid. „In diesem Fall ist die Entgeldfortzahlung durch den Arbeitgeber, beziehungsweise die Arbeitgeberin über die Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz gesichert. Der Patient reicht dazu den behördlichen Bescheid über die Anordnung der Quarantäne beim Arbeitgeber ein“, schreibt die KBV. Beschäftigte, die eine Corona Infektion und die damit einhergehende Quarantäne durch eine Impfung vermeiden könnten und dies nicht nutzen, haben seit November 2021 keinen Anspruch mehr auf eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz.

Arbeiten in Quarantäne: In diesem Fall müsst ihr arbeiten

Wie schon oben erwähnt bekommt ihr keine Krankschreibung, wenn ihr symptomfrei seid. Das bedeutet: Wenn ihr in Quarantäne oder Isolation seid, aber keinerlei Symptome zeigt, dann müsst ihr arbeiten. Ein positiver Corona-Test genügt also nicht für eine Krankschreibung. Das gilt natürlich nur, wenn ihr einen Beruf ausübt, der im Homeoffice möglich ist. Dasselbe gilt, wenn ihr euch an einem anderen Ort in Quarantäne befindet und von dort aus mobil arbeiten könnt (zum Beispiel auf einer Dienstreise). Wenn ihr zwingend im Betrieb arbeiten müsst, seid ihr im Quarantänefall in der Regel von eurer Arbeitspflicht befreit. Doch auch in diesem Fall gibt es Ausnahmen: Die ArbeitgeberInnen dürfen laut ihres Weisungsrechts den Beschäftigten auch Aufgaben zuweisen, die sie innerhalb der Quarantäne erledigen können. Sprecht also am besten mit euren ArbeitgeberInnen über den genauen Ablauf wenn ihr in Quarantäne müsst und geht nicht einfach davon aus, nicht arbeiten zu müssen.

Also Vorsicht: Wer nicht arbeitet, obwohl er in Quarantäne arbeiten könnte, der begibt sich auf dünnes Eis. Denn arbeitsrechtlich kommt dies einer Arbeitsverweigerung gleich. Als ArbeitnehmerIn kann euch eine Abmahnung bis hin zur Kündigung drohen.

Sonderfall: Symptome beginnen erst während der Quarantäne

Anders verhält es sich laut KBV, wenn ihr bislang symptomfrei wart und während der Quarantäne erkrankt: Von diesem Zeitpunkt an bestehe dann tatsächlich eine Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit – und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung durch den Arzt ist erforderlich.

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