Schnelltest-Wirrwarr bei Omikron: Diese 5 Tests erkennen die Variante

Immer wieder gibt es Schnelltestchaos um Omikron. Welche Tests erkennen die inzwischen dominierende Variante?

Schnelltest-Wirrwarr bei Omikron: Diese 5 Tests erkennen die Variante

Die Frage, ob Corona Tests auch die sich aktuell rasant ausbreitende und hochansteckende Omikron-Virusvariante erkennen, steht immer noch im Raum. Gesundheitsminister Karl Lauterbach möchte so viel Klarheit wie möglich schaffen, indem er eine Liste mit besonders geeigneten Tests erstellen lässt. Diese soll Ende Februar kommen.

Funktionieren Selbst-Tests bei Omikron?

Laut Einschätzung der Experten des Paul-Ehrlich-Instituts sind die meisten der in Deutschland zugelassenen Antigen-Schnelltests dazu in der Lage, die Omikron-Variante zu erkennen. 199 der untersuchten Tests haben die Prüfung bestanden. Die Selbsttests sind in der aktuellen Lage keineswegs nutzlos. „Es gibt jetzt viele Einzelfallberichte und Preprints, dass die meisten Antigentests Omikron erkennen können“, erklärte die Virologin Sandra Ciesek im NDR-Podcast. „Das heißt, dass die Mutationen im Genom von Omikron nicht dazu führen, dass die Infektion prinzipiell nicht mehr erkannt wird.“ Generell können Antigen-Schnelltests eine Infektion aber nur entdecken, wenn zum Testzeitpunkt eine hohe Viruslast besteht, so das PEI.

Welche Schnelltests erkennen Omikron?

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat angekündigt, dass demnächst eine Positivliste mit Tests, die Omikron besonders gut erkennen, vom Paul Ehrlich Institut bereitgestellt wird. Die Virologin Sandra Ciesek hat bereits im Vorfeld Hinweise gegeben, welche Antigentests Omikron erkennen. Auch ihre Kollegin Isabella Eckerle twitterte entsprechende Ergebnisse. Die Expertinnen hatten Omikron-Proben aus Nase und Rachen mit Schnelltests untersucht. Daraus ergibt sich folgende Liste von Schnelltest-Herstellern, deren Produkte als zuverlässig für Omikron gelten:

  • Roche

  • Siemens

  • Flowflex

  • Abbott

  • Acon Biotech

  • Remier Medical Corporation

  • CTK Biotech

Nicht alle in der Studie thematisierten Tests lassen sich einfach über das Internet oder im Einzelhandel bekommen. Die folgenden fünf Tests sind jedoch bei mehreren Anbietern erhältlich und somit leicht zu beschaffen:

1. Acon Biotech (im Handel als Flowflex SARS-CoV-2 erhältlich)

2. Siemens (CLINITEST Rapid COVID-19 Antigen Self-Test)

3. Roche (SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test)

4. Abbott (Panbio Covid-19 Antigen-Schnelltest)

5. CTK Biotech (OnSite Rapid Test)

Bis die von Lauterbach beauftragte Liste da ist, empfiehlt PEI-Präsident Cichutek außerdem auf einen älteren Überblick des Instituts zurückzugreifen. Denn bereits vor der Omikron-Variante hatte das PEI mehr als 250 Tests evaluiert. An dieser Liste würden sich bereits Apotheken und Schnelltest-Zentren orientieren, aber auch weitere Anbieter für Selbsttests wie Supermärkte oder Discounter.

Zudem gibt es inzwischen eine von einer privaten Initiative erstellte Online-Anwendung, in der Corona-Schnelltests auf ihre Zuverlässigkeit überprüft werden können. Einen besonderen Fokus auf die Erkennung der Omikron-Variante gibt es dabei aber noch nicht:

Positivliste für Antigentests soll Ende Februar kommen

Diese Schnelltests sind ohnehin nur ein Ausschnitt aller Tests, die derzeit verfügbar sind. Damit die Menschen in Deutschland sich unter hunderten Produkten besser zurechtfinden, hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach bereits eine Positivliste vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) verlangt. Die Experten dort bewerten, wie zuverlässig die beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelisteten Sars-CoV-2-Antigenschnelltests in der Praxis sind. Die Prüfung werde einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es. Das Institut verkündete am Freitag, Ende Februar erste Erkenntnisse vorstellen zu wollen. Dafür, dass die Prüfung auf Seiten des PEI noch dauert, hat Virologin Sandra Ciesek durchaus Verständnis. Denn die Tests der Tests seien im Labor sehr aufwändig, wie sie im NDR-Podcast erläuterte. Gemeinsam mit ihrem Team hatte sie kurz nachdem Omikron im November auftauchte, solche Untersuchungen durchgeführt. Sie teilte damals in einem Twitter-Beitrag drei Tests, die die Infektion mit Omikron verlässlich anzeigen sollen.

Schnelltests funktionieren bei symptomfreien Verläufen nicht gut

„Eine Coronainfektion bei symptomlosen Menschen auszuschließen, hat bisher nie gut geklappt. Und das funktioniert mit Omikron jetzt offensichtlich noch weniger. Schnelltests waren und sind deshalb kein Freifahrtschein.“, erklärt die Virologin Isabella Eckerle gegenüber der Wirtschaftswoche in einem Interview. Genau auf diesen Punkt ging auch Sandra Ciesek ein. Die Virologin erklärte, dass die Selbsttests vor allem dann sinnvoll seien, wenn sie regelmäßig durchgeführt würden – so wie das derzeit etwa in Schulen und Kitas gemacht werde. Auf diese Weise besteht die Chance das richtige Fenster mit einer hohen Virenlast (einem CT-Wert von 25 und darunter) zu erwischen. Denn dieses scheint im Vergleich zu Delta insgesamt kürzer auszufallen. Zudem liegt die Virenlast mit Omikron generell niedriger.

Negativer Schnelltest bei Verdacht kein Freifahrtsschein

„Wenn Sie jetzt einen Test machen, weil Sie den Verdacht haben, und der ist positiv, haben Sie sehr hohe Chancen, dass der richtig positiv ist und dass Sie eine Infektion haben“, führte Ciesek aus. Ein Negativtest hingegen ist kein Freifahrtschein, speziell nach Kontakt mit Infizierten oder bei Symptomen. „Wenn der Test negativ ist, obwohl Sie den Verdacht haben, dann sollten Sie sich weiter testen und trotzdem so verhalten, als wäre er positiv“, empfiehlt die Virologin. Ihr solltet vorsichtig sein und Kontakte meiden, vor allem mit Menschen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben, beispielsweise ältere und vorerkrankte Personen.

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