Nisthilfen richtig anbringen: So helft ihr den Vögeln in Augsburg

Bald ist es wieder so weit: Der Frühling steht vor der Tür. Damit beginnt auch die Vogelbrutzeit. Was beim Anbringen von Nisthilfen zu beachten ist, erfahrt ihr hier.

Nisthilfen richtig anbringen: So helft ihr den Vögeln in Augsburg

„Der Frühling ist nicht mehr weit und damit auch die bevorstehende Vogelbrutzeit. Engagierte VogelfreundInnen und NaturschützerInnen bauen zu dieser Zeit fleißig Nisthilfen, um sie in Kürze an Bäumen oder Gebäuden zu befestigen. Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten“, so Amtsleiterin Anette Vedder. Das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen (AGNF) gibt nützliche Tipps und Ratschläge für die Befestigung von Vogelhäuschen an Bäumen im öffentlichen Raum.

Was sind Nisthilfen

Als Nisthilfe bezeichnet man die künstlich geschaffenen Einrichtungen, die die Nistmöglichkeiten bestimmter wildlebender Tierarten nachahmen sollen. Durch Anbringen dieser Nisthilfen in der Natur sollen die Bestände der Tierarten gestützt und gefördert werden, die aufgrund spezieller Anforderungen an den Nistplatz in einer veränderten, strukturärmeren Landschaft zurückgegangen sind.

Das solltet ihr bei der Installation beachten

DAS AGNF teilt in einer Pressemitteilung ein paar Ratschläge, was ihr beim Anbringen beachten solltet. Vor allem gilt es, bei der Befestigung der Kästen an Bäumen den Baum- und Rindenschutz zu beachten. Daher sollten vielmehr schonende Gurtbänder statt Schrauben und Nägel benutzt werden. Die Aufhängung muss zudem auf ihre Sicherheit und Stabilität geprüft werden, damit sich der Kasten nicht plötzlich löst und beim Herunterfallen die gefiederten Bewohner oder gar PassantInnen verletzt werden. Auch die fortlaufende Pflege während des Jahres muss bereits bei der Installation mitgedacht werden. Bringt den Nistkasten also so an, dass ihr ihn leicht reinigen könnt.

Kontaktaufnahme mit BaumeigentümerInnen

Wenn Nisthilfen an Bäumen im öffentlichen Raum aufgehängt werden sollen, ist es erforderlich, mit den BaumeigentümerInnen Kontakt aufzunehmen und Details zu vereinbaren. In Augsburg ist dieses in der Regel das AGNF unter agnf@augsburg.de. NaturfreundInnen, die bisher schon Kästen installiert haben, werden deshalb auch aktuell angeschrieben.

Weitere Informationen und Adressen zum Bau und zur Verwendung von Nisthilfen gibt es zum Beispiel beim Landesverband für Vogelschutz Augsburg (LBV), E-Mail augsburg@lbv.de, bei Naturschutzorganisationen oder über das Internet.

Tipps und Tricks beim Anbringen

Die richtige Höhe

Je nach Vogelart, die ihr unterstützen möchtet, bringt ihr die Nistkästen in unterschiedlicher Höhe an: Nisthilfen für Singvögel in Gärten und Grünflächen sollten in Augenhöhe (1,5 bis 1,8 Meter) hängen, sonst in etwa 2,8 bis 3,5 Meter Höhe. Für größere Tiere empfiehlt sich eine Höhe von vier bis sechs Metern.

Richtung des Fluglochs

Das Einflugloch sollte weder zur Wetterseite (Westen) zeigen, noch sollte der Kasten längere Zeit der prallen Sonne ausgesetzt sein (Süden), denn Überhitzung in Innenraum gefährdet die Brut. Eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten ist deshalb ideal. Damit kein Wind und Regen in das Flugloch eindringen kann, sollte ein Nistkasten niemals nach hinten, eher nach vorne überhängen.

Welche Öffnungsgröße des Fluglochs ist für welchen Vogel geeignet?

Die Größe der Einflugöffnung ist ein sehr wichtiger Faktor. Ihr könnt bei der Auswahl des Nistkastenmodells die folgenden Richtwerte verwenden, um euren Gartenvögeln das richtige Zuhause zu geben:

  • 28 mm: Besonders geeignet für kleine Meisen wie die Blau- und die Tannenmeise

  • 32 mm: Besonders geeignet für große Meisen wie die Kohl- und die Haubenmeise

  • 34 mm und oval: Besonders geeignet für den Feld- und Haussperling, den Kleiber, den Trauerschnäpper und den Gartenrotschwanz

  • 45 mm: Besonders geeignet für den Star und den Buntspecht

  • 80 mm: Besonders geeignet für die Hohltaube und die Dohle

  • 130 mm: Besonders geeignet für den Waldkauz

  • Halbhöhlen/ halboffen: Besonders geeignet für das Rotkehlchen, den Grauschnäpper, den Zaunkönig, die Bachstelze, die Amsel und den Hausrotschwanz

Wo sollte man den Nistkasten am besten anbringen?

Nistkästen könnt ihr prinzipiell überall aufhängen, aber wichtig ist Katzen- und Mardersicherheit. Für Katzen und Marder möglichst unzugängliche Orte sind beispielsweise an Hauswänden, auf Balkonen oder an Schuppen und Gartenhäuschen. Es gibt auch extra Marderschutze, die ihr zur zusätzlichen Sicherheit anbringen könnt. Achtet darauf, dass die Vögel die Möglichkeit zu einem freien Anflug haben. Nisthilfen von gleicher Bauart sollten in Abständen von mindestens zehn Metern aufgehängt werden (Ausnahme: Koloniebrüter wie Star und Schwalben). So ist gewährleistet, dass die brütenden Tiere auch genügend Nahrung für sich und ihren Nachwuchs finden.

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