„Bauer sucht Frau“ mit Augsburgern - Und jetzt?

„Bauer sucht Frau“ startet mit einer neuen Staffel. Diesmal sind auch einige Landwirte aus dem Landkreis vertreten. Doch sollen wir uns darüber jetzt wirklich freuen?

„Bauer sucht Frau“ mit Augsburgern - Und jetzt?

Wieder einmal lädt RTL laut hausierend ein zu einer neuen Staffel „Bauer sucht Frau“. Spätestens seit Josef und Narumol bekam auch das Internet Wind vom äußerst innovativen Liebesformat. Immer wenn Inka Bause mit wilden Alliterationen um sich wirft und der süße Schweinebauer Harald oder der mitleidenswerte Milchbauer Horst die Herzensdame suchen, wisst ihr genau Horst heißt nicht nur Horst, sondern er macht sich jetzt auch wieder richtig zum Horst. Unsere regionalen Medien trommelten schon im Vorfeld Alarm, dass in dieser Staffel auch Landwirte aus dem Augsburger Umland vertreten sein werden. Gott was hab ich mich da gefreut, dass ich die nächsten Sonn- und Montage nicht mehr mit Netflix verschwenden muss, sondern ein äußerst hochwertiges Format auf mich wartet.

Jetzt mal Hand auf’s Herz. Seit gefühlt einer Ewigkeit schlachtet RTL die Verzweiflung von einsamen Menschen aus. Ob das Format nun „Schwiegertochter gesucht“ oder „Bauer sucht Frau“ heißt, ist dabei Nebensache. Das Prinzip ist irgendwie immer das Gleiche. Gesucht werden Leute, die nicht gerade den gesellschaftlichen Normen entsprechen, sei es durch ein außergewöhnliches Hobby, wie die Plüschtiersammlung, durch überdurchschnittliche grammatikalische Schwächen oder durch offensichtliche Defizite im sozialen Umgang. Jetzt noch eine ordentliche Portion Einsamkeit und RTL hat wieder ordentlich Stoff für wochenlange Volksverdummung.

Bei „Bauer sucht Frau“ wird dann nochmals eine Schippe obendrauf gepackt. Der Sender macht sich nicht nur lustig über einsame Menschen, sondern zieht auch den eigentlich ehrwürdigen Beruf des Landwirts durch den Dreck. Wer sich die Sendung ansieht, hat wirklich ernsthafte Schwierigkeiten, nicht zu denken, dass alle Landwirte verzweifelte Menschen mit seltsamen Hobbies und einer Lese-Rechtschreibschwäche sind. Dabei sollten wir gerade in der heutigen Zeit dankbar sein, dass es noch ehrliche Landwirte gibt, die uns fernab der Massenindustrie natürliche Lebensmittel zur Verfügung stellen.

Wenn man sich diese Sendungen ansieht. Sollte man sich also auch mit den Hintergründen befassen und sich die Frage stellen, ob man das wirklich unterstützen möchte. Nur Menschen die wirklich verzweifelt auf der Suche nach der großen Liebe sind, nehmen freiwillig an einem derartigen Format Teil. Was man dann teilweise von den vereinbarten Verträgen hört, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Verschiedene Quellen berichten, dass sich RTL das Recht herausnimmt das Rohmaterial völlig beliebig und somit auch manipulativ zusammenzuschneiden. Auch von Verschwiegenheitsverpflichtungen ist öfters die Rede. Ob das stimmt, können wir euch nicht sicher sagen, vorstellbar wäre es aber in jedem Fall. Zumindest würde das erklären, warum so einige Teilnehmer nicht im nachhinein die Ausstrahlung untersagten.

Wer nun aus dem Augsburger Umland teilnimmt, weiß ich nicht genau und ich möchte es auch gar nicht wissen. Ich finde es traurig, wenn gutgläubige und verzweifelte Menschen für die Einschaltquoten ausgenutzt werden. Ich hoffe, dass alle Teilnehmer am Ende wenigstens wirklich die große Liebe finden.

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