Ratschbankerl - Gegen die Einsamkeit

Einsamkeit ist für viele ein täglicher Begleiter. In der Coronapandemie hat diese zugenommen. Die „Ratschbankerln“ sollen dagegen helfen. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr hier.

Ratschbankerl - Gegen die Einsamkeit

In der Coronapandemie klagen viele über viele Einsamkeit. Oft sind vor allem SeniorenInnen betroffen. Durch die Angst vor dem Virus, fehlen vor allem oft GesprächspartnerInnen. Der baden-württembergische Landesseniorenrat griff deshalb anlässlich des Aktionstages gegen Einsamkeit am 5. September 2021 bundeslandweit eine Idee auf, die bereits in Großbritannien populär geworden ist und auch in einigen deutschen Regionen Nachahmer gefunden hat. Mit dem "Schwätzbänkle" sollen Menschen am Sonntag zum Gespräch zusammenkommen.

Die Schwätzbänkle in Baden-Württemberg

„Schwätzbänkle, nehmen Sie hier Platz, wenn Sie schwätzen wollen“, steht an rund 20 Orten im Land Baden-Württemberg an den Bänken. "Wer sich dazusetzt, signalisiert: Ich habe Lust, zuzuhören und Lust, zu erzählen", betont Eckart Hammer, der Vorsitzende des baden-württembergischen Landesseniorenrats gegenüber dem Südwestrundfunk (SWR). "Es geht dabei nicht um Krisengespräche, sondern um eine Möglichkeit, sich einfach locker über das, was einen gerade beschäftigt, zu unterhalten." In Stuttgart wurde beispielsweise eine Parkbank am Schlossplatz mit dem entsprechenden Schild gekennzeichnet. "Wir kapern sozusagen die Bänke und wollen diesen niederschwelligen Zugang bieten, damit Menschen Gesellschaft finden", sagte Hammer. Hinsetzen können sich natürlich nicht nur SeniorenInnen, sondern alle Menschen, die Lust haben sich zu unterhalten oder sich einsam fühlen.

Aus „Schwätzbänkle“ werden "Ratschbankerl" in München

Die „Schwätzbänkle“ sollen nun von Baden-Württemberg ihren Weg nach Bayern finden. Die SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat setzt sich mit einem Antrag für „Ratschbankerl“ ein. Nach Vorbild des Konzepts soll die Stadt München geeignete Standorte rausfinden und die entsprechenden Bänke kennzeichnen. Auch hier gilt: Wer sich hinsetzt, signalisiert, dass er den anderen kennenlernen will, beziehungsweise „ratschen“ will. Grund für die Initiative ist die Corona-Pandemie, die der Fraktion zufolge durch die vielen Einschränkungen und Lockdowns für deutlich mehr Einsamkeit innerhalb der Bevölkerung gesorgt habe. Ein nettes Gespräch bei frischer Luft könnte ein klein wenig Abhilfe schaffen.

„Ich bin mir sicher, dass die Ratschbankerl in München gut besucht werden. Besonders, wenn wir die Standorte an attraktive und zum Verweilen einladende Orte in München legen. Davon haben wir ja eine ganze Menge“, sagt der SPD-Stadtrat Roland Hefter gegenüber den Nachrichten München. Wer kein Interesse hat, muss mit den Ratschbankerln überhaupt nichts zu tun haben. Aber wer Lust hat auf diese Art des Austauschs mit anderen Menschen, der wird sich über das unkomplizierte Angebot sicher freuen.“

Bald auch in Augsburg?

Wer weiß, wenn die Ratschbankerl in München gut ankommen, zieht Augsburg vielleicht nach. Genug schöne Orte zum Ratschen gibt es in der Fuggerstadt allemal.

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