Wer in Augsburg gerne durch die Depot-Filialen gestöbert hat, muss sich bald auf eine Veränderung einstellen: Die Deko-Kette schließt ab Ende September. Für Kund:innen bedeutet das: Der Ausverkauf läuft bereits, viele Produkte werden noch einmal günstiger angeboten. Für die Mitarbeitenden geht es dagegen um ihre Arbeitsplätze. Rund 730 Beschäftigte sind von der Schließung betroffen. Auch die beiden Augsburger Filialen in der City-Galerie und in der Bergiusstraße sind betroffen. Bedeutet das nun, dass die Deko-Kette nach vielen Jahren bald komplett verschwindet?
Warum macht Depot überhaupt zu?
Depot hatte bereits 2024 Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Seitdem wurde das Filialnetz immer weiter verkleinert. Vor der Corona-Pandemie betrieb die Kette noch rund 400 Geschäfte. Zuletzt waren es nur noch gut 150 Standorte. Viele Filialen mussten bereits in den vergangenen Jahren schließen, zahlreiche Beschäftigte verloren dadurch ihren Arbeitsplatz.
Depot steht damit vor einem Problem, das inzwischen viele Händler betrifft. Der zunehmende Online-Handel macht es für Geschäfte deutlich schwieriger, Kund:innen in die Filialen zu bekommen. Gleichzeitig sind die Kosten für Personal, Energie und Mieten gestiegen. Auch die Kaufzurückhaltung der Kund:innen belastet den Einzelhandel.
Was passiert mit den Augsburger Filialen?
Für die beiden Augsburger Standorte bedeutet die aktuelle Situation zunächst, dass der Betrieb eingestellt werden soll. Verträge wurden bereits gekündigt und auch der Ausverkauf läuft bereits.
Besonders interessant ist dabei die Frage, ob wirklich beide Standorte dauerhaft verschwinden. Während für die Filiale in der City-Galerie
derzeit keine konkrete Weiterführung bekannt ist, könnte es für den kleineren Depot-Shop in der Bergiusstraße eine Möglichkeit geben.
Ganz vorbei ist es mit Depot vielleicht noch nicht
Trotz der geplanten Schließungen will Depot-Inhaber Christian Gries die Marke nicht aufgeben. Sein Plan: Depot soll in eine andere Gesellschaft überführt werden und mit weniger Mitarbeitenden und weniger Filialen weitermachen. Dafür will Gries mit Vermieter:innen über neue Mietverträge verhandeln.
Außerdem besteht die Möglichkeit, dass kleine Depot-Shops, die in Märkte von Einzelhändlern wie Rewe oder Edeka integriert sind, erhalten bleiben. In Augsburg betrifft das den Depot-Shop in der Bergiusstraße. Gries verhandelt derzeit über eine mögliche Weiterführung solcher Standorte. Ob der Shop tatsächlich über Ende September hinaus bestehen bleibt, ist jedoch noch offen.