Wie finde ich einen zuverlässigen Corona-Schnelltest?

Die Genauigkeit bei Corona-Schnelltests ist von Test zu Test sehr unterschiedlich. Jetzt gibt es eine neue Web-App, mit der ihr die Qualität eures Tests direkt prüfen könnt. Wie sie funktioniert, erfahrt ihr jetzt.

Wie finde ich einen zuverlässigen Corona-Schnelltest?

Corona-Schnelltests sind grade in den Zeiten des hohen Infektionsgeschehens sehr praktisch, aber laut Paul-Ehrlich-Institut sind einige unzuverlässig. Anfang des Jahres veröffentlichte das Paul-Ehrlich-Institut eine PDF-Datei mit Daten wie zuverlässig welcher Schnelltest ist. Diese ist jedoch vor allem für Smartphone-UserInnen recht unübersichtlich und die Suche nach dem richtigen Test kann lange dauern. Mit einer Web-App, die auf Basis dieser Daten von dem Berliner Kollektiv „Zerforschung“ entwickelt wurde, könnt ihr die Qualität jetzt einfach und schnell prüfen.

20 Prozent aller Selbsttests sind ungenügend

Die Angaben der App basieren auf der Arbeit des Paul-Ehrlich-Instituts, das Ende 2021 die Qualität zahlloser Tests ermittelt und veröffentlicht hat. Das Ergebnis: Rund 20 Prozent aller im Handel verfügbaren Tests fielen bei der Genauigkeit komplett durch. Und selbst bei Tests, die eine hohe Virenlast zuverlässig erkannten, schwankten die Ergebnisse bei abnehmender Virenmenge stark. Zusammengefasst heißt das: Viele Tests, die euch Sicherheit geben sollen, erkennen eine Infektion nicht, wenn ihr nicht genügend Erreger vorweisen könnt. Corona könnt ihr dann aber trotzdem haben und auch weitergeben. Das Forscherkollektiv hat sich selbst jeden Tag getestet und war etwas erschrocken, als sie feststellten, dass der von ihnen gekaufte Test nur sechs Prozent aller positiven Proben erkannte und selbst bei hoher Viruslast nur etwa 17 Prozent. „Hätten wir das schon im Laden gewusst, dann hätten wir uns für einen anderen Test entschieden“, erklären sie auf ihrem Blog-Eintrag. Um dies künftig einfacher und von unterwegs überprüfen zu können, hat das Kollektiv eine Web-App zur Überprüfung programmiert.

So funktioniert der „Schnelltest-Test“

Auf der Webseite könnt ihr Barcodes von Schnelltests einscannen und so herausfinden, ob der Corona-Test zuverlässig ist. Und das funktioniert so: Ihr ruft auf eurem Smartphone die Internetseite „schnelltesttest.de“ auf. Dort könnt ihr entweder den Barcode eines Tests scannen, oder aber dessen Code eingeben.

Für den Scan müsst ihr der Webseite erlauben, eure Kamera nutzen zu dürfen. Sofern der Barcode bereits in der Datenbank der App hinterlegt ist, erhaltet ihr sofort detaillierte Angaben zu der Zuverlässigkeit des Tests.

Helft mit

Die Daten des Paul-Ehrlich Instituts mussten die EntwicklerInnen von Hand abtippen. Auf ihrer Seite ruft das Forscherkollektiv deswegen dazu auf, sie bei ihrem Vorhaben zu unterstützen und Fotos von Testpackungen, die die Webseite nicht erkennt, einzuschicken. Sie brauchen den Namen, ein Foto vom Barcode und ein Foto vom Test, damit die App den Barcode dann erkennen kann. Damit wollen sie die Datenbank vervollständigen. Hintergrund ist, dass einige Tests in Supermärkten und Drogerien mit unterschiedlichen Barcodes verkauft werden.

Richtig Zu Hause Testen

Wenn ihr zu Hause einen Selbsttest durch führt, ist es wichtig den Vorgang korrekt durchzuführen.

So ist der Nasenabstrich korrekt:

  • Vor dem Test gründlich die Nase schnäuzen.

  • Den Abstrichtupfer in beide Nasenlöcher langsam jeweils ca. 2,5 cm einführen und dabei keinen Druck ausüben.

  • Den Tupfer jeweils über die Dauer von etwa 15 Sekunden drei- bis viermal drehen und dabei über die Nasenschleimhaut führen (also an den Nasenwänden entlang).

Natürlich variiert die Testmethode bei den verschiedenen Tests, es ist also besonders wichtig, die Anleitung aufmerksam durchzulesen.

Für einen korrekten Rachenabstrich empfiehlt unter anderem das RKI:

  • Zunge mit Spatel herunterdrücken

  • Tupfer unter Drehen kräftig an der Rachenwand entlang streichen, dabei weder den Zungengrund noch den weichen Gaumen berühren.

Was ihr vor dem Testen beachten solltet

Der Konsum von Softdrinks und Fruchtsäften unmittelbar vor dem Test kann zu einem falsch-positiven Testergebnis führen. Das haben Wissenschaftler der Universität Liverpool in einer Studie herausgefunden. Auch Zahnpasta steht im Verdacht, das Testergebnis wegen des Menthol Gehalts zu verfälschen. Eindeutig erwiesen ist das allerdings noch nicht.

30 Minuten vor dem Test solltet ihr deshalb sicherheitshalber

  • nichts essen

  • nichts trinken

  • keinen Kaugummi kauen

  • nicht die Zähne putzen

  • nicht rauchen

Außerdem rät das Bundesgesundheitsministerium, den Schnelltest am besten morgens direkt nach dem Aufstehen durchzuführen, da die Viruslast dann am höchsten ist.

Kinder testen

Das Bundesfamilienministerium hat folgende Tipps zum Testen bei Kindern gegeben:

Ihr solltet für euch und eure Kinder eine lockere Atmosphäre schaffen und eurem Kind die einzelnen Test-Schritte erklären. Zeigt euren Kindern immer was ihr als nächstes macht. Ihr könnt das Testen auch vorher einmal zusammen spielerisch üben. Vielleicht spielt euer Kind erst einmal das Testen mit einer Puppe oder einem Kuscheltier. Wenn euer Kind alt genug dafür ist, kann es die Probenentnahme auch selbst durchführen. Lobt eure Kinder für den Mut und es wird bei jedem Abstrich besser klappen.

Schnelltests sind nur eine Moment-Aufnahme

Aber egal, wie der Test ausfällt, wichtig ist: Auch bei negativem Schnelltest weiterhin die Hygiene-Regeln - Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen, regelmäßig Lüften - beachten. Denn Schnelltests sind nur eine Momentaufnahme. Das liegt daran, dass sie nur bei einer entsprechend hohen Virenlast im Nasen-Rachen-Raum anspringen. Am höchsten ist die Trefferquote bei Infizierten in der ersten Woche nach Beginn der Symptome. Bei asymptomatischen Infektionen reagieren sie schlechter.

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