Augsburger Clubs: Zwischen Freude, Vorbereitungen und Ungewissheit

Am 1. Oktober dürfen Clubs in Augsburg wieder öffnen. So wurde es seitens der Regierung in Aussicht gestellt. Zu welchen Regeln ist bislang noch unklar. Wie reagieren die Augsburger ClubbetreiberInnen auf die neue Situation? Wir haben nachgefragt.

Augsburger Clubs: Zwischen Freude, Vorbereitungen und Ungewissheit

Seit Donnerstag, den 2. September, gelten die vom bayerischen Kabinett beschlossene neue Regelungen zum Umgang mit dem Coronavirus. Im Zuge der neuen Verordnung wurde auch die Öffnung von Clubs und Diskotheken ab dem 1. Oktober in Aussicht gestellt. Doch viel Infos dazu, unter welchen Auflagen wieder geöffnet werden darf, gab es nicht. Lediglich der Satz: „Der Zugang soll dann nur für Geimpfte und Genesene sowie für Getestete mit PCR-Test möglich sein“ ist dazu in der offiziellen Pressemitteilung der Kabinettssitzung zu lesen.

Wie nimmt die Augsburger Clubszene die Öffnungsaussicht auf und welche Herausforderungen kommen auf die BetreiberInnen zu? Bernhard Klassen von der Club- und Kulturkommission Augsburg e.V. (CUKK) die derzeitige Situation der ClubbetreiberInnen beschrieben.

Viele Fragen sind noch offen

Zunächst einmal ist die Freude über die lang ersehnte Öffnungsperspektive unter den ClubinhaberInnen und Musikspielstätten-BetreiberInnen groß. Doch gleichzeitig stellen sich viele Fragen: Zum Beispiel darüber, wie die 3G-Regel praktisch umgesetzt werden soll.

„Wir hätten gerne keine Leute ausgeschlossen“, meint Bernhard Klassen. „Grundsätzlich ist die 3G-Regel gut, aber es stellt sich schon die Frage, wie es ablaufen wird, wenn die Tests nicht mehr kostenfrei sind. Wenn ein PCR-Test 50 Euro kostet, ist das einfach zu teuer“. Aus diesem Grund habe sich die CUKK zusammen mit den Münchner KollegInnen auch auf eine 2G-Regelung verständigt, erklärt Klassen, auch wenn es ihnen am liebsten wäre, niemanden ausschließen zu müssen.

Personal ist eine große Herausforderung

Die Augsburger Clubs bereiten sich derzeit alle auf die Öffnung vor, meint Klassen. Doch bis es so weit ist, gilt es nach der anderthalbjährigen Pause so manche Herausforderungen zu meistern. Allen voran stehe die Schwierigkeit an Personal zu kommen. Generell gebe es derzeit einen Personalmangel in der Gastro. Viele haben sich einen anderen Job gesucht, erzählt Bernhard Klassen. Auch im Bereich Security und insgesamt in der Veranstaltungsbranche gebe es derzeit wenig Leute. „Die Frage ist, ob diese Leute so schnell wieder bereit sind Events zu organisieren und Veranstaltungen vorzubereiten“.

Einer der großen Knackpunkte: Die Maskenpflicht

Ein großes Thema, dass unter den Augsburger ClubbetreiberInnen bereits viel diskutiert wurde, sei die Maskenpflicht, erzählt Bernhard Klassen. Der Konsens unter den Augsburger Clubs gestalte sich bisher schlicht so: Mit Maskenpflicht wird nicht geöffnet. Ministerpräsident Markus Söder hatte im Kontext der Cluböffnungen von einer Orientierung an dem Baden-Württembergischem Modell gesprochen, was Bernhard Klassen zuversichtlich stimmt, dass die Maskenpflicht in Clubs aufgehoben wird – zumindest auf der Tanzfläche und an der Bar.

Baden-Württemberg hat beschlossen, dass die Maske auf der Tanzfläche und an der Bar abgenommen werden darf, wenn eine ausreichende Belüftung gewährleistet ist. Ist eine weniger starke Belüftung gegeben, darf die Maske auch abgenommen werden, der Zutritt ist dann aber nur für Geimpfte und Genesene. Ob 2G oder 3G mit PCR-Getesteten, ist also abhängig von der Leistung der Belüftungsanlage.

„Bleibt die Frage, ob es sinnvoll ist, die Maskenpflicht vom Weg von der Bar zur Tanzfläche beizubehalten. Wenn man es realistisch sieht, wird das nicht funktionieren“, sagt Bernard Klassen. Wie solle man um zwei Uhr nachts jemanden kontrollieren, der auf dem Weg zur Tanzfläche keine Maske aufhatte. Das sei völlig unrealistisch, so Klassen. Weiterhin betont er, wie wichtig es sei, dass die Clubs unter voller Auslastung öffnen können. „Wenn ein Club wie die Kantine, statt 300 nur 100 Personen reinlassen darf, wird sich das nicht lohnen“. Die Maskensituation und die Auslastung seien zwei wichtige Knackpunkte für die BetreiberInnen, die man bis zur Öffnung noch klären müsse.

Der Wunsch nach einem „echten 3G“

„Sollte der Wegfall der Maskenpflicht nicht möglich sein, würde ich lieber noch geschlossen halten, bis dies möglich ist.“ - Sebastian Karner

Auch Sebastian Karner, Betreiber der „Kantine“, Inhaber der Kneipe „Beim Weissen Lamm“ sowie der „Soho Stage“, sieht die Frage „Maskenpflicht oder nicht“ als zentral: „Tanzen ist Sport und es ist völlig unmöglich hier stundenlang eine Maske zu tragen“, sagt Sebastian Karner. „Ich verstehe durchaus den Sinn von Masken allerdings möchte ich das Tragen von Masken im Club nicht durchsetzen müssen.“

Außerdem wünscht er sich ein „echtes 3G“, das auch Antigen-Schnelltests für den Einlass in den Club akzeptiere. „Ich möchte, dass alle Menschen, die sich nicht impfen lassen können bei uns Gast sein dürfen, und zwar mit bezahlbaren Tests. Im Idealfall weiter umsonst“, sagt Karner.

Im Hinblick auf die Öffnung sorgt er sich um die Beständigkeit: „Das Hochfahren eines Clubs nach so langer Pause wird sehr viel Zeit, Geld und Energie Kosten“, sagt auch Karner. Nichts davon dürfe umsonst sein. Er hätte gerne eine „Garantie, dass diese Szenarien auch länger tragen als sechs Wochen.“

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