Augsburg ist ärmste Stadt Bayerns - Ohne Geld, aber geil

Laut einer Statistik ist Augsburg die ärmste Stadt Bayerns. Wir lieben sie trotzdem!

Augsburg ist ärmste Stadt Bayerns - Ohne Geld, aber geil

Augsburg hat vieles, worauf es stolz sein kann. Wir dürfen uns als Friedensstadt bezeichnen, haben uns unseren eigenen Feiertag verdient und sind Zuhause der ältesten Sozialsiedlung der Welt. Dank des Landesamts für Statistik Bayern wurde uns aber noch ein anderer Titel unfreiwillig zuteil: Wir sind die ärmste Stadt Bayerns. Dabei hängt das nicht mal an den Bruttolöhnen an sich, die Augsburger Arbeitnehmer Monat für Monat erschuften. Denn eng wird es für uns erst, wenn man sich das verfügbare Einkommen - also nach allen Abzügen - der privaten Haushalte je Einwohner ansieht. Vergleicht man nämlich die zehn kreisfreien Städte und Landkreise mit dem höchsten und dem geringsten verfügbaren Einkommen, landete Augsburg im Jahr 2016 auf dem allerletzten Platz - nach Städten wie Regen, Freyung-Grafenau und Hof.

Wer schon einmal in einer dieser Ortschaften war, dürfte verstehen, warum man sich als Augsburger in seinem Stolz verletzt fühlen darf (No offense!). Schließlich sind wir schwäbische Landeshauptstadt! Universitätsstadt! Heimat von Bertolt Brecht, Leopold Mozart oder Jakob Fugger! Und dann ärmste Stadt Bayerns? Da kann doch was nicht stimmen. Der Augsburger Allgemeinen gab Reinhold Demel, Chef der Arbeitsagentur Augsburg, einige Gründe für das Ergebnis der Statistik an. So gebe es in unserer Stadt besonders viele Beschäftigte auf Leiharbeit, wenig hochqualifizierte Arbeitnehmer, die das Einkommensniveau heben und ein deutlicher Zuwachs an Migranten, die zum Großteil nur gering qualifiziert oder unqualifiziert seien. In Augsburg liege der Anteil an Menschen mit geringfügiger Beschäftigung bei 20,1 Prozent, während es in Nürnberg 16,7 und in München nur 15,8 Prozent sind.

Die Zahlen lügen also nicht, aber merkt man die Armut auch? Das Hallo Augsburg-Team war jedenfalls vollkommen überrascht von dieser Enthüllung. Es lebt sich doch so schön hier! Immer ist irgendwo etwas geboten und trotzdem fühlt es sich gemütlicher als in den Großstädten an. Ständig ploppen neue Geschäfte, Restaurants oder andere Locations mit innovativen Konzepten auf. Außerdem sind hier so viele Menschen ehrenamtlich engagiert und versuchen, das Leben von uns allen besser zu machen. Wenn ihnen nichts an unserer Stadt liegen würde, würden sie es entweder gar nicht oder woanders machen, oder? Und an den ganzen Baustellen erkennt man schließlich, dass die Stadt selbst sich für uns noch attraktiver machen will. Okay, Punkte wie die steigenden Preise bei Mieten, öffentlichen Verkehrsmitteln etc. sind gerade mit Blick auf unseren neuen Titel besonders schmerzend, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Ansonsten fühlen wir uns jedenfalls pudelwohl und sind uns sicher, dass es vielen Augsburgern genauso geht. Dass wir Schwaben auch leidenschaftliche Sparmeister sind, kommt uns angesichts unserer „Top“platzierung auch auf jeden Fall gelegen. Alles eine Sache der Einstellung, oder um es mit zeitgemäßen Worten zu sagen: arm, aber geil!

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