Diese Musiker stehen für Toleranz

Am Samstag startet der AfD-Parteitag. Gleichzeitig ist mit „Zeig dich Aux“ ein vielfältiges Programm geboten. Wir haben mit den auftretenden Musikern über ihre Beweggründe gesprochen.

Diese Musiker stehen für Toleranz

Über die friedliche Demonstration „Zeig dich Aux“ haben wir bereits berichtet. Besonders freuen wir uns über das musikalische Angebot und gleichzeitig über das Statement, das die beteiligten Musiker damit setzen. Aus diesem Grund haben wir mal direkt bei „Benni Benson“, „Farhad Jooyenda“, „Joris“ und „Misuk“ nachgefragt, was ihre Motive für den Auftritt sind.

Benni Benson „Benni Benson“ ist ein Augsburger Singer-Songwriter, der seinen Emotionen in seiner Musik freien Lauf lässt. Diese Emotionalität zeigt sich auch im Statement zu seinem Auftritt:

Man will ja niemanden vor den Kopf stoßen und immer das Richtige sagen. Man soll diplomatisch sein. Das bin ich jetzt mal nicht. Ich bin emotional. Ich mache Kunst. Ich darf das. Ich behaupte sogar, dass das mein Job ist.

Ich habe Angst. Ich habe Angst, dass sich die falschen Leute in der Politik festsetzen und den Karren gegen die Wand fahren. Ich will das nicht. Ich will Frieden, Solidarität, Herz, Toleranz, Verständnis, Hilfsbereitschaft, Respekt. Und zwar nicht nur in der Friedensstadt Augsburg, sondern auf der ganzen Welt. Das mag utopisch sein, aber ist das nicht auch wahnsinnig traurig, dass man denkt, dass das gar nicht mehr möglich ist? Ich finde das schockierend. Ich habe keinen Bock mehr das geringere Übel zu wählen. Ich will, dass was passiert, dass sich was verändert. Dass das nicht von heute auf morgen passiert, ist mir klar und ist mir ehrlich gesagt auch egal. Wenn es 50 Jahre dauert, ok. Aber los gottverdammt, macht mal los! Werdet euch einig, besinnt euch, worum es eigentlich geht in diesem Leben und auf dieser Welt und tut etwas dafür, dass die Dinge besser werden. Ich habe es satt.

Weil es eine rechte Seite gibt und ich die doof finde, wähle ich natürlich immer wieder irgendwas linkes. Wenn man dann aber sieht, dass es im Netz Seiten gibt, die ihren linksextremen Freunden und Anhängern erklären, wie man Steine richtig schmeißt und Wurfgeschosse baut, dann fasse ich mir an den Kopf. Ich dachte ich habe die Seiten gewechselt, weil es auf der anderen Seite genau diese Typen nicht gibt. Falsch gedacht. Gewalt hat noch nie zu irgendetwas Gutem geführt.

Ich schreibe Lieder über Liebe, kaputte und funktionierende Beziehungen, den Alltag, das Leben eben. Ich schreibe über diese Dinge, weil ich sie durchlebt habe, hier in dieser westlichen Welt, in die ich zufällig hineingeboren wurde. Ja, zufällig. Ich glaube nicht, dass ich die Wahl hatte und schätze mich glücklich und bin dankbar, also hört mir auf mit eurem Patriotismus. Ich habe das Privileg mich mit meinen Ängsten und Problemen auseinanderzusetzen, weil ich nie hungern oder von irgendwo flüchten musste.

So. Und jetzt kommt bitte alle zu „Zeig dich Aux“ - zeigt wofür ihr steht und verhaltet euch dabei wie vernünftige, verantwortungsbewusste und erwachsene Menschen.

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Farhad Jooyenda “Farhad Jooyenda“ ist in Afghanistan bereits ein bekannter Musiker. Jetzt bahnt er sich den Weg in die Augsburger Herzen mit tiefen Texten und berührenden Melodien. Nicht nur seine Musik zeigt, was er schon alles erlebt hat, sondern auch sein Statement:

Ein besonderer Weg, um unterschiedliche Menschen mit verschiedener Hautfarbe, verschiedenen Geschichten und verschiedenen Sprachen zusammenzubringen, ist Musik. Musik ist meine Art mich auszudrücken. So kann ich meine Werte und meine Ideen am besten weitergeben. Musik kennt keine Grenzen. Musik ist für mich die beste Möglichkeit zu kommunizieren, auch zwischen Menschen, die sich nicht so einfach verstehen können, weil sie verschiedene Sprachen sprechen oder von verschiedenen Kulturen geprägt sind. Musik verbindet uns alle.

Augsburg hat mich von Anfang an willkommen geheißen. In unserer Stadt ist ein friedliches Leben für alle möglich, weil es Kunst gibt und vor allem Musik.

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass Hass niemals zu etwas Gutem führt. Radikalismus macht Menschen einsam. Überall auf der Welt kann man das zurzeit beobachten. Ich wünsche mir eine Welt ohne Krieg, ohne Terror, ohne Gewalt. Ich wünsche mir, dass die Menschen in Frieden zusammenleben und das Leben gemeinsam genießen können. Das möchte ich diesen Samstag auf dem Rathausplatz zeigen!

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Joris Den bundesweit bekannten Popstar „Joris“ konnten wir zwar auf die Schnelle nicht mehr persönlich sprechen, haben aber ein interessantes Interview gefunden, das seine Sichtweise und damit auch seine Motivation bei „Zeig dich Aux“ aufzutreten, klar machen:

Ich bin dankbar, dass ich selbst nicht auf der Flucht vor Krieg und Terror sein muss. Das ist mir viel wichtiger als eine gute Chartplatzierung. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich in letzter Zeit nichts so sehr bewegt wie die ganze derzeitige Weltlage. So viele Menschen, die irgendwie versuchen zu uns zu gelangen, um Ruhe zu haben, um vor Krieg und Terror zu flüchten. Wenn ich dann höre, dass man versucht die Schlepperbanden zu bekämpfen, dass es gar keinen Weg mehr zu uns gibt, ist das einfach nur peinlich und traurig. Ich denke mir manchmal vor den Gigs, krass du stehst jetzt hier und darfst gleich wieder Musik machen. Wenn Musik nicht so wichtig wäre für unsere Seele und dafür, dass wir alle gute Menschen bleiben, würde ich mir glaube ich an den Kopf fassen und mich fragen, was ich hier gerade mache. So kann ich das weiter genießen und hoffe, dass alle Menschen irgendwann aufwachen und wir die richtigen Entscheidungen treffen.

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Misuk Abschließend hat uns auch die Band „Misuk“, die viele von euch sicherlich vom Brechtfestival kennen, ein schönes Statement geliefert:

Toleranz, Respekt und Offenheit gegenüber der Vielfalt des Lebens und dem Menschen sollten nicht nur eine Selbstverständlichkeit sein - sondern sind auch eine Bereicherung und der klügere Weg.

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In diesem Sinne freuen wir uns auf eine friedliche Demonstration und musikalische Höhepunkte.

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