Marco Sternheimer – einmal 9 mit Augsburgs Eishockey-Talent

Marco Sternheimer ist das Paradebeispiel für eine gelungene Nachwuchsarbeit der Augsburger Panther. In unserem einmal 9 schenkt uns der Ausnahmesportler spannende Einblicke.

Marco Sternheimer – einmal 9 mit Augsburgs Eishockey-Talent

1. Wie waren Deine ersten Schritte auf Eis?

Ich kann mich nicht wirklich gut daran erinnern. Aber aus Erzählungen weiß ich, dass ich anfangs an der Bande stand und gar nicht auf das Eis wollte. Erst in den letzten zehn Minuten habe ich mich getraut und wollte dann gar nicht mehr runter. Mein Dad musste mich sogar vom Feld heruntertragen. Mit 2 oder 3 Jahren bin ich das erste Mal Schlittschuh gelaufen. Mein Papa hat mich zu dieser Zeit öfters beim öffentlichen Lauf auf das Eis gestellt. Mit vier ging es dann los mit dem Eishockeytraining beim AEV.

2. Was hat Dich am Eishockey so fasziniert?

Mein Dad hat eine große Rolle für meine sportliche Karriere gespielt. Er hat mich schon früh gefragt, ob ich lieber Fußball oder Eishockey spielen möchte und hat mir beide Sportarten gezeigt. Eishockey hat mich von Anfang an begeistert. Ich glaube ich fand als kleiner Junge die Ausrüstung spannend und die Torhüter sahen cool aus. Das hat mich einfach gefesselt. Jetzt sind es natürlich andere Dinge, die mich begeistern. Die Geschwindigkeit in diesem Sport ist einzigartig. Es passiert viel mehr verglichen mit anderen Sportarten. Ich finde es unglaublich faszinierend, wie schnell Entscheidungen getroffen und direkt umgesetzt werden . Dadurch ist es für mich auch als Zuschauer deutlich interessanter. Ich gucke auch gerne Fußball, aber im Eishockey passiert einfach nochmal deutlich mehr.

3. Du bist das Paradebeispiel für eine gelungene Nachwuchsarbeit der Panther. Denkst Du in einem anderen Verein, wärst Du auch so gut geworden?

Ich sehe all das inzwischen als Win-Win-Situation für beide Seiten. Ich bin unendlich dankbar für die Chance für den AEV auf dem Eis zu stehen und versuche gleichzeitig alles zu geben. Ich glaube nicht, dass ich in einer anderen Mannschaft mein jetziges Standing bekommen hätte. Die Panther schenken mir sehr viel Vertrauen. Sowohl die Mannschaft, als auch die Fans. Es bedeutet mir viel, dass die Anhänger sich freuen, wenn ich Eiszeit bekomme. Das gibt mir Kraft und hilft mir dabei immer mein Bestes zu geben. Obwohl der AEV vielleicht nicht die Mittel hat wie andere Vereine, wird seit einigen Jahren sehr viel für den Nachwuchs getan. Was uns bei den Panthern auch schon in der Jugend ganz besonders macht, ist unsere Einstellung. Wir spielen mit Herz, Einsatz und Leidenschaft. Das kann nicht jeder Verein von sich behaupten.

4. Wie fühlt es sich für Dich an plötzlich im Rampenlicht zu stehen?

Ich finde es sehr ungewohnt. Es ging letztes Jahr los, da war ich 20 und gerade mit der Schule fertig. Es ist schon seltsam, wenn dann plötzlich Fans auf mich zukommen, meinen Namen kennen und Fotos machen wollen. Augsburg ist auch nicht besonders groß. Trotzdem freut es mich natürlich, dass mich die Leute kennen und unterstützen. Neun von zehn Leuten, die mich ansprechen, finden, dass ich einen super Job mache. Das motiviert mich enorm und schenkt mir viel Selbstbewusstsein. Trotzdem ist es mir wichtig bodenständig zu bleiben. Ich bin in einer ganz normalen Familie aufgewachsen und meine Eltern sind schon immer sehr bodenständig. So wurde ich auch erzogen.

5. Auf Dir lastet ein ziemlich großer Druck. Wie schaffst Du es trotzdem auch mal abzuschalten?

Letztes Jahr fiel es mir deutlich schwerer. Das war meine erste Saison. Mir war es vor allem wichtig viel zu spielen. Ich habe mir dadurch selbst großen Druck gemacht. Ich wollte dem Trainer zeigen, dass ich es will. So sind aber auch Fehler entstanden. Ich habe daraus gelernt, dass hoher Druck und ein gutes Spiel nur schwer vereinbar sind. Deswegen habe ich es in diesem Jahr anders angegangen. Seitdem ich alles entspannter sehe, bin ich mit meiner Leistung zufriedener.

6. Deine Karriere hat Dir sicherlich viel abverlangt. Hast Du manchmal das Gefühl, dass Du etwas verpasst hast?

Man steckt definitiv in manchen Bereichen zurück. Gerade so in der Jugend mit 16, 17, 18, wenn viele Leute im Umfeld beginnen auf Parties zu gehen. Da konnte ich natürlich nicht mit, wenn ich am Wochenende mit dem Nachwuchs zum Beispiel in Berlin spiele. Ich war da schon viel unterwegs. Aber ich bereue es nicht. Es war schon immer mein Traum professionell Eishockey zu spielen und deswegen bin ich absolut zufrieden, wie alles gelaufen ist. Ich sehe mich auch nicht als das große Feier-Biest.

7. Was wäre Dein Plan B gewesen, wenn es mit der Sportkarriere nicht geklappt hätte?

Dann hätte ich studiert. Ein Lehramtsstudium für die Realschule mit den Fächern Sport und Mathematik hätte mir gut gefallen. Aber ich wollte meiner Sportkarriere eine Chance geben und bisher läuft es ja ganz gut. Trotzdem war es mir schon immer wichtig einen Plan B zu haben.

8. Inwieweit ist es für Dich wichtig für den Augsburger Eishockeyverein zu spielen?

Ich bin in Augsburg aufgewachsen und ich verbinde so viel mit dieser Stadt. Hier ist meine Heimat und es würde mir schwer fallen für einen anderen Verein zu spielen. Ich mag das Kompakte an Augsburg. Es ist keine riesen Stadt, aber trotzdem ist einiges geboten. Ich feier den Augsburger Dialekt endlos. Ich liebe es am Rathausplatz zu sitzen und mich dort mit Freunden zu unterhalten. Wir leben in einer wirklich gemütlichen Stadt. Ich könnte mir bisher also wirklich nicht vorstellen für einen anderen Verein zu spielen. Ich habe es aber auch noch nicht versucht. Selbst als ich kurzzeitig für Sonnthofen gespielt habe, war ich bei Augsburg unter Vertrag. Trotzdem ist es natürlich am Ende des Tages ein Business. Wenn ich bei den Panthern also irgendwann mal keinen Vertrag mehr bekommen sollte oder andere Angebote kommen, muss ich das natürlich abwägen. Ich hoffe aber, dass ich so lange wie möglich für Augsburg spielen kann und habe absolut nichts dagegen meine gesamte Karriere für die Panther zu bestreiten.

9. Was würdest Du anderen Menschen mit auf den Weg geben, die genau wie Du ihren Traum verwirklichen wollen?

Ohne Fleiß kein Preis. Wer seinen Traum verwirklichen möchte, muss sich immer reinhängen. Ich musste auch schon im Jugendverein immer 110% geben, dass ich da hinkomme, wo ich jetzt bin. Außerdem spielt Geduld eine ganz große Rolle. In meiner ersten Saison habe gemerkt, dass nicht alles sofort funktioniert. Da darf man sich nicht unterkriegen lassen. Man muss immer weiter nach vorne schauen. Wenn man geduldig ist, zahlt sich das am Ende aus.

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