Länder drohen mit Blockade: Scheitert das 9-Euro-Ticket?

Verkehrsbetriebe bereiten sich intensiv darauf vor, Sylt fürchtet den drohenden Ansturm, die Mehrheit der Bevölkerung freut sich darauf. Das 9-Euro-Ticket ist derzeit in aller Munde. Warum es auf den letzten Metern noch scheitern könnte.

Länder drohen mit Blockade: Scheitert das 9-Euro-Ticket?

Kommt das 9-Euro-Ticket womöglich doch nicht? Schon in Kürze soll der Verkauf des einmaligen Sonderangebots beginnen, doch nun regt sich föderaler Widerstand. Mehrere Bundesländer drohen mit einer Blockade, da es Streitigkeiten bei der Finanzierung des Tickets gibt.

Länder drohen mit Widerstand

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen), dass das geplante Entlastungspaket aus Tankrabatt und 9-Euro-Ticket im Bundesrat scheitern könne, wenn der Bund nicht die Mittel für den Nahverkehr erhöhe. Auch andere Länder fordern mehr finanzielle Unterstützung durch den Bund, um gestiegene Kosten auszugleichen und den ÖPNV nicht nur kurzfristig, sondern perspektivisch zu stärken.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) äußerte sich gegenüber der dpa ähnlich: „Wenn der Bund glaubt, er könne sich auf dem Rücken der Länder für ein dreimonatiges Trostpflaster beklatschen lassen und andere sollen dafür die Rechnung zahlen, dann hat er sich gewaltig getäuscht.“ Er sehe „unter den aktuellen Bedingungen“ nicht, dass Bayern dem Gesetz zustimmen könne. Auch aus Mecklenburg-Vorpommern und Bremen kamen zuletzt kritische Töne.

Bahn kündigt Verkaufsstart an

Der Bundestag stimmt am Donnerstag, den 19. Mai, über das Entlastungspaket ab. Am Freitag, den 20. Mai, folgt das Votum des Bundesrats. Geben beide Kammern grünes Licht, kann das 9-Euro-Ticket zum 1. Juni kommen. Unterdessen hat die Bahn bereits den Verkaufsstart des Tickets angekündigt. Es soll, sofern das Entlastungspaket wie geplant verabschiedet wird, ab dem 23. Mai über die Website der Bahn und die App „DB Navigator“ sowie an Bahnhöfen erhältlich sein.

ÖPNV-AbonnentInnen müssen laut Bahn kein separates Ticket erwerben. Sie werden von ihren jeweiligen Verkehrsbetrieben angeschrieben und über die temporäre Preis- und Leistungsanpassung informiert. Die Stadtwerke Augsburg (swa) haben auf ihrer Website ein FAQ zusammengestellt, das ÖPNV-KundInnen und -Interessierten einen Überblick über die genaue Ausgestaltung des Angebots gibt.

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