Was wir 2020 vermissen werden

Auch in diesem Jahr mussten wir uns von einigen lokalen Institutionen verabschieden.

Was wir 2020 vermissen werden

2019 neigt sich dem Ende zu und sorgt auch schon für die ersten Rückblicke. Toplisten hier, Spotify Statistiken da und zwischendrin natürlich die Fernsehshows mit den Bildern des Jahres. Auch wir schauen auf ein ereignisreiches Jahr zurück und rufen nochmals die Läden, Clubs und Locations in Erinnerung, die wir im nächsten Jahr definitiv vermissen werden.

Kantine

Im Februar war es soweit: Die letzte Party wurde in der alten Kantine im Kulturpark West gefeiert. Schluss mit Flammensaal, Schwimmbad, Weltbar und Biergarten. Die Kantine war ein Club, mit dem viele Augsburger ganz besondere Erinnerungen verbinden – Von durchzechten Partynächten und legendären Konzerten. Zum Glück mussten wir uns auch nicht komplett von dem Liveclub verabschieden. Im März ging es dann schon in der neuen Location direkt am Königsplatz weiter. Aber ein bisschen fehlt sie uns schon, die alte Kantine.

Reese-Theater

Mit dem geplanten Abriss des Kulturpark Wests hat es nicht nur die Kantine, sondern auch das traditionsreiche Reese-Theater erwischt. Ende Mai wurde das ehemalige Kasernen-Kino zum letzten Mal mit Leben gefüllt. Mit dem Abriss hat nicht nur nur das STAC Festival sein Zuhause verloren, sondern auch die Stadt einen einzigartigen und wichtigen Kulturstandort. Das Reese-Theater war ein Ort, an dem besonders lokale Kunst und Talente gefördert wurden. Diese Aufgabe wird auch weiterhin durch das STAC-Festival bestritten, ab 2020 geht es wieder los. Dieses Mal aber ohne eine feste Location und verteilt auf mehrere Spielstätten.

Kreuzweise

Das Kreuzweise war ein Melting Pot – ein Ort an dem das Leben spielt, mal wild, mal chillig, mal prollig, mal geistreich. So beschreibt zumindest die Augsburger Allgemeine den Club in der Konrad-Adenauer-Allee, der dieses Jahr sogar mit dem Roy-Preis ausgezeichnet wurde. In der gemütlichen Wohnzimmerbar traf der Punker den Banker bei Biobier und spezieller Wodka-Auswahl. Musikalisch ging alles außer Mainstream, von B-Movie-Trash-Sound bis Balkanbeats.

Kichererbse

Auch die Kichererbse war ein Ort, an dem sich die unterschiedlichsten Menschen getroffen haben. Für die berühmten Falafel-Sandwiches von Majed Al Naser zwängten sich täglich unzählige hungrige Augsburger in die kleine Bude am Judenberg. Die Auswahl von Augsburgs allerersten Falafel-Ladens war nicht groß - es gab das Sandwich mit oder ohne Käse - aber das reichte auch schon. Was zählte, war der Geschmack. Seit 1998 gab es die Kichererbse, dieses Jahr musste sie nach 21 Jahren ausziehen. Aber auch für die Kichererbse gibt es mittlerweile ein neues Zuhause. Majed und seine Falafel findest Du jetzt in der Annastraße 32.

Juice Junkie

Die Schließung von Juice Junkie liegt noch gar nicht so lange zurück. Der hübsch gestaltete, kleine Betrieb begeisterte uns in den vergangenen eineinhalb Jahren mit frisch gepressten Säften, Smoothies und Bowls, die unseren Vitaminhaushalt auf Vordermann brachten. Leider hat es der Gesundheitsbooster nicht über die Zwei-Jahres Marke hinaus geschafft. Erst im April 2018 eröffnet, muss der Betreiber den Laden nun aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten dicht machen.

Bombig

Das Bombig war lange Zeit eine Werkstatt auf dem einstigen Kasernengelände, geliebt von US-Veteranen sowie Musikern und am Ende eine echte Kultstätte. Das Bombig führte seit 10 Jahren unterschiedlichste Menschen zusammen. Nachdem auf dem Gelände des Kulturpark-West alles schließen muss, machte der Abriss auch vor der Kultkneipe keinen Halt. Ende Juli ging eine Ära zu Ende und das Bombig verabschiedete sich mit bleibenden Erinnerungen. Die Zukunft des Bombig dürfte aber spannend werden: Es sollen gleich zwei neue Locations auf dem ehemaligen Baywa-Gelände beim Gaswerk und in Seenähe in Friedberg entstehen.

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